Erstellt am 30. September 2015, 13:13

von APA Red

Einkaufszentren im Burgenland erlebten "goldene Jahre". Im Burgenland haben Einkaufs- und Fachmarktzentren einer Studie der KMU Forschung Austria zufolge goldene Jahre erlebt.

 |  NOEN, Erwin Wodicka
Im Zeitraum von 2004 bis 2014 hätten sich der Bruttoumsatz und die Besucherzahlen insgesamt verdreifacht. Kopfzerbrechen bereitet allerdings das Abfließen von Kaufkraft in andere Bundesländer. Die Wirtschaftskammer fordert deshalb eine Stärkung bestehender Standorte.

Viertel der Kaufkraft wandert nach Wien und NÖ

Zog es 2004 rund sieben Millionen Besucher in die Einlaufs- und Fachmarktzentren, waren es 2014 bereits 20 Millionen. Der Umsatz hat sich insgesamt von 210 auf 680 Mio. Euro mehr als verdreifacht, die Zahl der Beschäftigten stieg von 1.300 auf 3.400.

2004 konnten Besucher in 200 Shops einkaufen, im Vorjahr standen bereits 490 Geschäfte an 15 Standorten zur Auswahl, geht aus der am Mittwoch in Eisenstadt vorgestellten Studie hervor.

Dass die Verkaufsfläche ausgeweitet werde, heiße aber nicht, dass die Kaufkraft im Land bleibe, so Handels-Spartenobfrau Andrea Gottweis. "Die Kaufkrafteigenbindung beträgt lediglich 76,4 Prozent", das sei der geringste Wert aller Bundesländer.

Seit 2010 sei sie abermals um 2,4 Prozent gesunken. Ein Viertel der Kaufkraft wandere an Standorte wie Wien und Niederösterreich und an den Internet- bzw. Versandhandel ab, so Gottweis. Eine Ausnahme sei Oberwart mit einer Kaufkrafteigenbindung von 93 Prozent.

WK wünscht sich Maßnahmen zur Belebung

Von den Entscheidungsträgern auf Landesebene forderte Gottweis eine "Eindämmung des Flächenwachstums", die Stärkung bestehender Standorte und den Schutz sowie die Stärkung der Ortszentren. Gehe es nach der Spartenobfrau, sollte die Raumplanung geändert werden in Richtung der Verpflichtung, Geschäfte in den Ortszentren zu errichten.

Seitens der Wirtschaftskammer wünscht man sich auch Maßnahmen zur Belebung von Einkaufszentren im Stadtzentrum und Unterstützung für Werbegemeinschaften und regionale Onlineplattformen.

Was die Zukunft betrifft, entwirft die Studie ein Szenario, wonach die Fachmarktzentren weiter an Bedeutung gewinnen. Die Einkaufszentren dürften hier nicht zur Gänze nachziehen können.

Es wird erwartet, dass der Konzentrationsprozess weiter zunimmt, immer wichtiger werde die Aufenthaltsqualität. Was die Erweiterungsmöglichkeiten betreffe, seien die "goldenen Jahre" allerdings vorbei.