Erstellt am 11. Januar 2012, 09:52

Einkommensschere weiter weit offen. Die "Einkommensschere" zwischen Männern und Frauen bleibt weiterhin beträchtlich - auch wenn sie im Jahr 2010 neuerlich leicht zugegangen ist.

 Betrug der durchschnittliche Jahresbruttobezug von Männern im Jahr 2009 noch um 31,8 Prozent mehr als jener der Frauen, so verdienten die Männer im Jahr 2010 "nur" mehr 31,1 Prozent mehr. Das meldete die Statistik Austria am Mittwoch.

Der sanfte Wandel bei der Einkommensschere lässt sich auch an der Summe aller Bruttobezüge ablesen: Während im Jahr 2009 noch 62,3 Prozent aller Bezüge auf Männer entfielen, so waren es 2010 "nur" mehr 62 Prozent. Im Jahr 2008 waren noch 62,9 Prozent aller Bruttobezüge auf Männer entfallen. Insgesamt waren von allen Lohnsteuerpflichtigen 50,2 Prozent Männer und 49,8 Prozent Frauen.

Trotz des leichten "Schließens" der Einkommensschere ist der Unterschied zwischen Frauen- und Männer-Einkünften weiter beträchtlich: Laut Lohnsteuerstatistik verdienten männliche Arbeitnehmer im Jahr 2010 durchschnittlich 44.633 Euro (Vollzeit, ganzjährig beschäftigt). Frauen hingegen kamen auf nur 34.047 Euro. Geringer fällt der Unterschied bei Teilzeitbeschäftigung aus (Männer: 17.298 Euro, Frauen: 16.848 Euro).

Allerdings waren bei der Teilzeit-Arbeit erneut die Frauen deutlich in der Mehrzahl: 77,1 Prozent aller Teilzeitbeschäftigten waren weiblich. Und auch die Verteilung von Vollzeit und Teilzeitarbeit bei den jeweiligen Geschlechtern zeigt dieses Missverhältnis: Während bei Männern Teilzeit- und Vollzeitbeschäftigung im Verhältnis 1:7,4 aufgeteilt war, arbeitete fast die Hälfte aller Frauen teilzeit: Hier lag die Relation bei 1:1,2 (Teilzeit : Vollzeit). Insgesamt waren 70,9 Prozent der unselbstständig Erwerbstätigen vollzeitbeschäftigt.

Wieder aufwärts ging es mit dem Lohnsteueraufkommen (vor Arbeitnehmerveranlagung): Während im Jahr 2009 hier ein Minus von 7,1 Prozent zu verzeichnen war, kam es 2010 zu einem Plus von 3,9 Prozent. Gut 2,3 Mio. Personen (35,3 Prozent) zahlten gar keine Steuer für ihr Einkommen, da dieses zu niedrig war um über die Grenze von 11.000 Euro (steuerfreies Einkommen pro Jahr) zu kommen.