Erstellt am 10. April 2013, 16:29

Einkommensstudie gibt Rückenwind für Reichensteuer. Österreich ist nach Deutschland das Land mit der größten Ungleichverteilung von Vermögen. Dieses Ergebnis einer am Dienstag veröffentlichten Studie der Europäischen Zentralbank (EZB) rief am Mittwoch zahlreiche Reaktionen hervor.

Befürworter der Vermögensteuer begründen mit der EZB-Studie die Notwendigkeit von vermögensbezogenen Steuern.Die reichsten zehn Prozent der Bevölkerung besitzen laut EZB-Studie in der Eurozone die Hälfte des gesamten Vermögens. Die obersten fünf Prozent der Haushalte besitzen demnach im Schnitt 37,2 Prozent des gesamten Nettovermögens, in Österreich hingegen sind es über 45 Prozent.

Der Median des Nettovermögens liegt in Österreich bei 76.400 Euro und der durchschnittliche Wert bei 265.000 Euro. Für die Berechnung des Median werden die einzelnen Werte in aufsteigender Reihenfolge geordnet und dann der Wert in der Mitte genommen. Je größer der Unterschied zwischen den beiden Werten, desto ungleicher ist das Vermögen verteilt.

Finanzstaatssekretär Schieder sieht in der EZB-Einkommensstudie Rückenwind für die Forderung nach einer Besteuerung des Vermögens: "Europa kann es sich nicht leisten, ein Heer von 3,6 Millionen jugendlichen Arbeitslosen auf der Straße stehen zu lassen, während die wenigen Euro-MillionärInnen keinen fairen Beitrag zur Bewältigung der Krise leisten." Es brauche nationale sowie europäische Beschäftigungsprogramme, um neue Arbeitsplätze zu schaffen.

ÖVP-Generalsekretär Rauch wirft der SPÖ vor, falsche Schlüsse aus der Studie zu ziehen. Denn Hauptergebnis der Studie sei, dass es sehr wenig Vermögen in Österreich gebe. Für Bruno Rossmann von den Grünen lässt die Studie den Schluss zu, dass die Besteuerung von Vermögen nicht den viel beschworenen Mittelstand treffen würde, sondern vor allem die 20 Prozent reichsten Haushalte. Der Präsident der Bundesarbeiterkammer (AK), Rudolf Kaske, sieht die Einführung einer Vermögensteuer ab einer Million Euro nun als "das Gebot der Stunde".