Erstellt am 23. August 2011, 11:14

Einlagen der Banken bei EZB steigen weiter. Die Spannungen am Geldmarkt des Euroraums scheinen weiter zuzunehmen. Zuletzt haben die Banken des Euroraums über Nacht 128,719 Mrd. Euro bei der Europäischen Zentralbank als eintägige Einlagen hinterlegt, wie die EZB am Dienstag mitteilte. Dies sind rund 22,8 Mrd. Euro mehr als zu Wochenbeginn.

Die Spannungen am Geldmarkt des Euroraums scheinen weiter zuzunehmen. Zuletzt haben die Banken des Euroraums über Nacht 128,719 Mrd. Euro bei der Europäischen Zentralbank als eintägige Einlagen hinterlegt, wie die EZB am Dienstag mitteilte. Dies sind rund 22,8 Mrd. Euro mehr als zu Wochenbeginn.

Am vergangenen Freitag war die Summe mit 90,523 Mrd. Euro noch deutlich unter der Marke von 100 Mrd. Euro gelegen. Der Höchstwert in diesem Jahr liegt bei rund 145 Mrd. Euro, der Anfang August erreicht wurde.

Die Einlagen der Banken bei der EZB gelten als Indikator für das Misstrauen der Institute untereinander. Die Geschäftsbanken erhalten für diese Einlagen derzeit einen Zins von nur 0,75 Prozent, während sie für einwöchige Liquidität bei der Notenbank 1,50 Prozent zahlen müssen. Den Zinsverlust nehmen die Banken gegen eine höhere Sicherheit in Kauf. Als ausschlaggebend für die aktuell hohe Risikoscheu der Banken untereinander gilt die allgemein angespannte Marktlage und die Schuldenkrise im Euroraum.

Besonders hoch war das Misstrauen der Institute untereinander Ende 2008 nach der Pleite der US-Bank Lehman Brothers in der Finanzkrise. Seinerzeit war der Interbanken- oder Geldhandel zum Erliegen gekommen - die EZB musste einspringen. Damals lagen die Bankeinlagen bei der EZB deutlich über 200 Mrd. Euro.