Erstellt am 11. März 2016, 14:28

von NÖN Redaktion

Einsatz gegen Glyphosat. Eine Initiative zur Vermeidung des Einsatzes von Glyphosat stellte Umweltlandesrätin Astrid Eisenkopf vor.

Umweltlandesrätin Astrid Eisenkopf präsentiert gemeinsam mit Umweltanwalt Werner Zechmeister eine Initiative gegen den Einsatz und für das Verbot von Glyphosat  |  NOEN, Werner Müllner
Gemeinden, die auf den Einsatz des von der WHO als "wahrscheinlich krebserregend" eingestuften Herbizids verzichten, sollen ein Umweltsiegel erhalten; um auch die Bevölkerung für das Thema zu sensibilisieren, wird es im Mai Informationsveranstaltungen mit der Umweltanwaltschaft geben, und zur Verhinderung der Zulassung von Glyphosat für weitere 15 Jahre durch die EU hat die Umweltlandesrätin eine Online-Petition gestartet.

 „Wenngleich die die gesundheitlichen Auswirkungen strittig sind, ist es eine Tatsache, dass der Einsatz von Pflanzenschutzmitteln wesentlich zum Verlust der biologischen Vielfalt beiträgt. Es gilt, die Anwendung dieser Mittel und ihre Auswirkungen auf den Naturhaushalt soweit wie möglich zu reduzieren. Wir wollen aufzeigen, dass es genügend Alternativen gibt, die absolut unbedenklich für Mensch und Natur sind“, so Eisenkopf.

Der Einsatz von glyphosatbasierten Herbiziden, etwa des Unkrautbekämpfungsmittels „Round up“, ist in den letzten Jahren massiv angestiegen. 400 Tonnen Glyphosat werden jährlich österreichweit aufgebracht, die Spritzmittel sind in jedem Garten- oder Baumarkt frei erhältlich. Während die WHO Glyphosat im Vorjahr als „wahrscheinlich krebserregend“ eingestuft hat, äußerte die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) keine Bedenken.

Musterantrag für Gemeinden

Mit einem „Musterantrag“ will die Umweltlandesrätin die Kommunen auf dem Weg zur pestizidfreien, umwelt- und naturbewussten Gemeinde unterstützen. Dieser sieht drei Beschlusspunkte vor: Den Verzicht auf den Einsatz glyphosathältiger Pestizide, die Anwendung alternativer Bepflanzungsmaßnahmen auf gemeindeeigenen Flächen und die Durchführung von Informationsmaßnahmen zur Bewusstseinsbildung.

„Die Gemeinde gibt damit ein klares Bekenntnis zum Umwelt- und Naturschutz ab, das ist ein Schritt für mehr Lebensqualität in der Gemeinde“, betont Eisenkopf. Der Musterantrag wird auf der Homepage des Landes veröffentlicht und kann dort heruntergeladen werden.

Teilnehmende Gemeinden sollen als Anerkennung vom Land eine Ökogütetafel erhalten, die sie als umweltbewusste und glyphosatfreie Gemeinden ausweist und als Logo auf der Homepage und für die Kommunikation genutzt werden kann.  Voraussetzung ist der Beschluss des Antrags im Gemeinderat und die Einverständniserklärung über die Einhaltung der Vereinbarung.