Erstellt am 11. Juni 2013, 14:53

Eisenbahner wollen kürzer arbeiten. Die Eisenbahner-Gewerkschaft fordert eine Arbeitszeitverkürzung von 40 auf 38,5 Wochenstunden, die Arbeitgeberseite ist dagegen.

Die Gespräche der Eisenbahnergewerkschaft in der vida mit dem Fachverband Schienenbahnen in der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ) haben bisher keine Einigung gebracht. Nun findet am Dienstag in Wien die zweite Betriebsrätekonferenz der Eisenbahner zu diesem Thema statt.

Gut 400 Betriebsräte aus ganz Österreich sind zur Konferenz in die ÖGB-Zentrale in Wien gekommen, so der Sprecher der Eisenbahnergewerkschaft. Beraten wird die weitere Vorgangsweise im Konflikt mit der Wirtschaftskammer. Die Gewerkschaft pocht auf eine Arbeitszeitverkürzung in der gesamten Branche, die im Kollektivvertrag verankert wird.

Demgegenüber will die Arbeitgeberseite eventuelle Regelungen über Arbeitszeitverkürzung nur auf Betriebsebene, aber nicht für die gesamte Branche festlegen. Erst wenn in der Verkehrsbranche auch andere Sparten arbeitszeitverkürzende Maßnahmen setzen, insbesondere Bus- und Güterbeförderer, würde man das auch auf Kollektivvertragsebene heben und verpflichtend machen wollen, hieß es zuletzt vom Chefverhandler der Arbeitgeber, Thomas Scheiber.

Das bei weitem größte Mitglied im Fachverband, die Österreichischen Bundesbahnen (ÖBB), unterstützen die Forderung. Für die ÖBB brächte eine Arbeitszeitverkürzung eine Ersparnis von rund 20 Mio. Euro. Da die Bundesbahn die betriebsbedingten Pensionierungen eingestellt hat, würde durch kürzere Arbeitszeiten die Arbeit auf mehr Beschäftigte verteilt werden können. ÖBB-Chef Christian Kern hat sich bereits öffentlich für die Arbeitszeitverkürzung ausgesprochen.