Erstellt am 31. Dezember 2014, 13:12

von APA/Red

Eiswein: Geringe Menge mit guter Qualität. Wenn die Temperatur deutlich unter den Gefrierpunkt sinkt, ist der Zeitpunkt für die Eisweinlese gekommen: Im Burgenland konnten Winzer in den vergangenen Nächten die Trauben für die edlen Tropfen ernten.

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Aufgrund der heurigen Wetterereignisse sei wohl mit einer geringeren Menge zu rechnen, so Agrarlandesrat Andreas Liegenfeld (ÖVP). Dafür werde gute Qualität erwartet.

Bei Eisweinwinzern im Seewinkel herrschte deshalb reger Betrieb: "Es war für uns schon die zweite Lesenacht", schilderte Andreas Nittnaus vom Weingut Hans und Christine Nittnaus in Gols. Am Dienstag war die Ernte im Morgengrauen unterbrochen worden, weil durch die aufgehende Sonne die Temperatur zu hoch gestiegen wäre.

Bei minus zehn Grad gelesen

"Diese Nacht war dann umso besser. Die Beeren waren knüppelhart", so der Jungwinzer. Am späten Vormittag war dann heute der neue Jahrgang eingebracht. Im Schnitt wurde bei minus zehn Grad gelesen, das sei weit unter dem kritischen Punkt, der für die Eisweinernte bei minus sieben Grad liege. Aber auch bei acht bis neun Minusgraden sei man schon "auf der sicheren Seite."

Heuer wurden Grüner Veltliner und Welschriesling geerntet - das seien auch die Sorten, die sich mit Abstand am besten eigneten, meinte Nittnaus. Trauben dieser Sorten hielten sich auch am längsten gesund am Weinstock.

"Das wird ein guter Tropfen"

Die Menge war diesmal nicht groß: "Das war auch nicht zu erwarten", dazu seien die Vorbedingungen für den aktuellen Jahrgang zu schlecht gewesen. Dadurch war die Traubenanzahl eher unterdurchschnittlich. Der Qualität tat dies keinen Abbruch. "Das wird ein guter Tropfen", zeigte sich Nittnaus optimistisch.

Direkt ab der Presse gemessen, liege der Zuckergehalt aktuell bei 38 Klosterneuburger Zuckergraden (die Angabe erfolgt in Grad Klosterneuburger Mostwaage KMW und beschreibt laut Österreich Wein das Mostgewicht in Gramm Zucker pro 100 Gramm Traubenmost, Anm.). Das Pressen des Eisweines sei ein langer Prozess, der mindestens zwölf Stunden dauere, erläuterte der Jungwinzer. Ist der Presskuchen völlig durchgefroren, kann ein Vorgang auch bis zu 24 Stunden in Anspruch nehmen.