Erstellt am 15. Juli 2013, 13:31

Elektroindustrie noch nicht auf Vorkrisenniveau. Seitwärts mit leichter Abwärtstendenz - So kann man sowohl das abgelaufene Geschäftsjahr 2012 als auch das laufende Jahr für die heimische Elektro- und Elektronikindustrie auf den Punkt bringen.

Die abgesetzte Produktion sank im Vorjahr verglichen zu 2011 um 1,2 Prozent auf 12,73 Mrd. Euro. Im ersten Quartal heuer ging die abgesetzte Produktion zwar sogar um 6,2 Prozent auf 3,01 Mrd. Euro zurück. Am Ende des ersten Quartals, im März, gab es laut Fachverbandsgeschäftsführer Lothar Roitner, wie er bei einer Pressekonferenz in Wien sagte, aber "durchwegs ein Plus". Im Vorjahr wurde das Vorkrisenniveau wie schon 2011 aus dem Jahr 2008 noch nicht wiedererreicht.

Das Minus von 6,2 Prozent setzte sich aus Dienstleistungen und der Produktion zusammen. "Rein im produzierenden Bereich wurde im ersten Quartal ein Minus von rund drei Prozent verzeichnet", erklärte Fachverbandspräsidentin Brigitte Ederer, Personalvorständin der Siemens AG. Der Ausblick sei "nicht ganz optimistisch". Roitner hob zum ersten Quartal positiv hervor, dass es bei den Bauelementen - Leiterplatten, Platinen, Chips beispielsweise von AT&S oder Infineon - ein Plus gab, "die ein Vorlaufindikator für unsere Branche sind, das stimmt uns positiv".

Beispielsweise gebe es laut Ederer im Inlandsmarkt - der allerdings für nur 20 Prozent des Branchenumsatzes verantwortlich ist - eine "zurückhaltende Investitionstätigkeit", so die ehemalige SPÖ-Spitzenpolitikerin. Aber auch wegen der "extremen Exportabhängigkeit" sei die Branche, die im Vorjahr für 11,8 Prozent des heimischen Außenhandels verantwortlich war, "verwundbar". So gebe es am chinesischen Markt für die deutschen Maschinenbauer und die deutsche Elektroindustrie einen "leichten Einbruch - und die heimischen Firmen sind starke Zulieferer der deutschen Exportindustrie", gab Ederer zu bedenken.

Der Vorkrisen- und Rekordwert bei der abgesetzten Produktion aus dem Jahr 2008 mit 12,86 Mrd. Euro wurde im Vorjahr also nominell um rund 130 Mio. Euro verfehlt. Zudem sank die Zahl der Mitarbeiter der Branche im Vorjahresvergleich 2012 um 1,6 Prozent auf 59.295, im ersten Quartal heuer sank der Personalstand um weitere 2,6 Prozent. Ederer sprach trotzdem von einer "guten Entwicklung auf hohem Niveau".