Erstellt am 03. Mai 2012, 10:04

Elsner wieder nicht beim BAWAG-Prozess. Auch am fünften Tag des zweiten BAWAG-Prozesses am Donnerstag ist der angeklagte Ex-BAWAG-Chef Helmut Elsner wieder nicht zur Verhandlung gekommen. Richter Christian Böhm informierte zu Beginn der Verhandlung, dass Elsner laut Angaben seines Anwalts Tassilo Wallentin weiterhin im Wilhelminenspital sei.

Am Mittwoch sei der kardiologische Sachverständige Professor Günter Leopold Steurer in seinem Auftrag im Wilhelminenspital gewesen und habe festgestellt, dass Elsner tatsächlich Herzrhythmusstörungen habe, erläuterte der Richter. Heute werden bei Elsner weitere Untersuchungen durchgeführt. Mit Befunden sei frühestens Ende der Woche zu rechnen.

Aufgrund der Befunde werde der Sachverständige Steurer nächste Woche ein Gutachten zur Verhandlungsfähigkeit von Elsner erstellen, kündigte der Richter an. Die Causa Elsner wird weiterhin in das Prozessgeschehen nicht einbezogen.

Der fast 77-jährige Elsner war am Mittwoch erstmals zum zweiten BAWAG-Prozess geladen und wegen gesundheitlicher Probleme nicht erschienen. Nach seiner Auslieferung aus Frankreich nach Österreich wurde er am Herzen operiert und erhielt Bypässe.

Elsner ist bereits rechtskräftig zur Höchststrafe von 10 Jahren Haft verurteilt, er kann also keine weitere Haftstrafe erhalten. Als einziger aller neun BAWAG-Angeklagten hat Elsner bisher das Haftübel verspürt, er saß viereinhalb Jahre im Gefängnis, bis er aus gesundheitlichen Gründen für haftunfähig erklärt wurde.

Bei der Neuauflage des BAWAG-Prozesses ist er nur angeklagt, weil die privatbeteiligte BAWAG eine Subsidiaranklage erhoben hat. Sie erhofft sich davon eine bessere Stellung für das Zivilverfahren, wo sie sich von Elsner die Pensionsabfindung von rund 6 Mio. Euro zurückholen will.