Erstellt am 20. Dezember 2013, 11:30

Energie Burgenland gab Prüfungs-Ergebnis bekannt. Die im Frühjahr 2013 in Auftrag gegebene zweite Sonderprüfung zur Causa BEGAS ist abgeschlossen, wie die Energie Burgenland am Freitag bekannt gab. Weitere Schadenersatzforderungen gegen einen erweiterten Kreis stehen bevor.

BVZ, Energie Burgenland
Im Jahr 2012 war der Schwerpunkt der Prüfungen „auf einer nach innen gerichtete Recherche allfälliger Malversationen der beiden ehemaligen BEGAS-Vorstände“ gelegen.

Ortner-Selbstanzeige als Auslöser für Prüfung „nach außen“

Die Selbstanzeige und Rückzahlung von 2,6 Mio. Euro des Unternehmers Klaus Ortner im März 2013 war laut Aussendung der Energie Burgenland der Anlass für eine „nach außen“ gerichtete Prüfung mit Schwerpunkt auf Auftragsvergaben und sonstigen Sonderthemen, die in Verbindung zu allfälligen „kick-back“-Zahlungen stehen können.

Mit der zweiten Sonderprüfung waren eine renommierte Anwaltskanzlei, technische Sachverständige und ein international tätiger Wirtschaftsprüfer beauftragt.

Verdachtsmomente seien deutlich bestätigt worden

„Der Energie Burgenland liegen, abgesehen von einer noch in Prüfung befindlichen technischen Detailfrage, seit dieser Woche die gebundenen Berichte der Wirtschaftsprüfer, technischen Sachverständigen und Rechtsanwälte vor“, verlautbarte das Unternehmen. Die Verdachtsmomente, die im Frühjahr die Beauftragung und Durchführung der abermaligen Prüfungshandlungen mit Fokus auf den Zeitraum 1995 bis 2012 veranlasst hatten, würden dabei deutlich bestätigt.

Noch während der laufenden Prüfung 2013 wurden bereits sechs weitere Sachverhaltsdarstellungen durch die Energie Burgenland an die Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft (WKStA) eingebracht, weitere Anzeigen sind in Ausarbeitung und werden noch bis Weihnachten an die Behörden übermittelt.

„Dies hat schon jetzt zu einer Ausweitung des Kreises der Beschuldigten sowie zu Ermittlungen der Behörden über Österreichs Grenzen hinaus geführt. Die Verdachtsmomente umfassen dabei den Tatbestand der Untreue, des Betruges, der Veruntreuung, der Vorteilszuwendung an Amtsträger und den Vorwurf der unrichtigen Bilanzierung“, so die Energie Burgenland.

Neben Provisionsmillionen weitere strafrechtlich relevante Handlungen entdeckt

In der Aussendung wird weiters betont: „Bereits heute wird deutlich, dass Provisionen in Höhe von mehreren Millionen Euro unter Einschaltung von BEGAS nahestehenden Beratern über Umwege durch das Ausland an Mag. Simandl und Dritte zurückgeflossen sind. Details im Zusammenhang mit der Errichtung der Kraftwerke durch BEGAS weisen darauf hin, dass über die bereits bekannten Tatbestände hinaus weitere strafrechtlich relevante und BEGAS schädigende Handlungen stattgefunden haben.“

„Beschuldigte ausschließlich von persönlichen Interessen geleitet“

Der bereits jetzt absehbare Schaden, der in den nächsten Wochen zu weiteren Klagen gegen sämtliche Verursacher führen wird, habe die Millionengrenze weit überschritten. Die Energie Burgenland beabsichtigt dabei, Schadenersatzforderungen in Höhe von zumindest über 5 Mio. Euro zu erheben.

Die derzeit noch seitens der Ermittlungsbehörden geführten Untersuchungen dienen auch dem Zweck des eindeutigen Nachweises der Zahlungsströme und werden ebenfalls eine Grundlage dieser Schadenersatzforderungen bilden. „Die Ergebnisse der Prüfung zeigen, dass die Beschuldigten ausschließlich von persönlichen Interessen geleitet waren“, hielt die Energie Burgenland fest.

Unternehmen horft, dass die Causa nun als aufgearbeitet betrachtet werden kann

Die Energie Burgenland unterstützt die laufenden Ermittlungen mit allen ihr zu Gebote stehenden Mitteln und hat die ihr vorgelegten Berichte umgehend der WKStA zur Verfügung gestellt.

Die Verfolgung der Ansprüche wird mit Unterstützung der Gerichte vorangetrieben, ebenso wird die Energie Burgenland nach der erwarteten Anklageerhebung gegen Herrn Mag. Simandl und weitere Beschuldigte ihre Interessen als Privatbeteiligte wahrnehmen.

Gleichzeitig vertraut die Energie Burgenland nun darauf, dass nach Abschluss der intensiven Prüfungen der Jahre 2012 und 2013 das Unternehmen ein Jahr nach Fusion zwischen BEWAG und BEGAS nun diese Causa als aufgearbeitet betrachten und sich mit voller Kraft auf ihre Kernaufgaben bei der Wahrnehmung der Interessen der Kunden konzentrieren kann.