Erstellt am 06. März 2014, 13:26

Energie Burgenland gegen Simandl in nächster Runde. In Eisenstadt ist am Donnerstag der Zivilprozess der Energie Burgenland gegen den früheren BEGAS-Chef Rudolf Simandl fortgesetzt worden.

BVZ, Energie Burgenland
Die Energie Burgenland fordert von Simandl 2,8 Mio. Euro. Ein Großteil davon betrifft an Simandl ausgezahlte Pensionsansprüche, deren Zustandekommen das Gericht auch am heutigen Prozesstag beschäftigte.

Halber Steuersatz bei Einmalzahlung als "Anreiz"

Der als Zeuge geladene frühere BEGAS-Aufsichtsratsvorsitzende Hubert Kirchauer schilderte, wie es zu der Ende 2000 erfolgten Auslagerung des Pensionsanspruches für Simandl gekommen sei.

Als damals der Technische Vorstandsdirektor in Pension ging, sei diesem sein Pensionsanspruch durch eine Einmalzahlung abgegolten worden. In dem Zusammenhang sei auch überlegt worden, Simandls Anspruch ebenfalls durch eine Einmalzahlung zu erledigen.

Der Gedanke sei gewesen, dass bei solch einer Zahlung nur der halbe Steuersatz zur Anwendung komme. Aus diesem Grund habe man die Einmalzahlung überhaupt in Erwägung gezogen.

Nach 25 Prozent Lohnsteuer blieb Anspruch von 21 Mio. Schilling

Für die Erledigung habe es laut Auskunft zweier Wirtschaftsprüferkanzleien nur ein schmales Zeitfenster gegeben. Damit der Halbsteuersatz zur Anwendung komme, sei die Einmalzahlung bis 31. Dezember 2000 zu leisten gewesen.

Experten hätten einen Brutto-Pensionsanspruch Simandls von etwa 28 Mio. Schilling (2,03 Mio. Euro) errechnet, ausgehend von einem Pensionsantritt mit 60 Jahren und bei einer damals angenommenen durchschnittlichen Lebenserwartung von 81 Jahren.

25 Prozent davon habe die BEGAS als Lohnsteuer abzuführen gehabt. Somit hätte sich netto ein Pensionsanspruch von 21 Mio. Schilling (1,53 Mio. Euro) ergeben.