Erstellt am 20. März 2015, 10:46

von APA Red

Energie Burgenland saniert Erdgasnetz. Die Energie Burgenland saniert ab heuer ihr Erdgasnetz. Von insgesamt 2.600 Kilometer Leitungen werden etwa 450 Kilometer im Rahmen eines langfristigen Projekts erneuert.

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"Wir werden in den nächsten 15 bis 20 Jahren jeweils drei bis vier Mio. Euro in die Sanierung der Erdgasnetze stecken", so Energie Burgenland-Vorstandssprecher Michael Gerbavsits am Freitag in Eisenstadt.

Sicherheitsverbesserungen: "Gasstopp" und Co.

In Summe soll die Sanierung etwa 50 bis 60 Mio. Euro ausmachen. Grund für die Maßnahme ist, dass die PVC-Rohre, mit deren Verlegung vor mehr als 40 Jahren begonnen worden war, mittlerweile in die Jahre kommen, erläuterte Netz Burgenland-Geschäftsführer Johann Wachtler.

Beim Leitungstausch soll auch die Sicherheit verbessert werden: Soweit dieser nicht bereits verwendet wird, werde ein "Gasstopp" eingebaut, so Wachtler. Der von einem Burgenländer erfundene Mechanismus sei weltweit in Verwendung und soll nach einer Beschädigung der Leitung verhindern, dass Gas ausströmt.

Im Zuge der Sanierung wolle man das Gasnetz auch für Anforderungen der Zukunft rüsten, etwa für eine mögliche Einspeisung von Wasserstoff bzw. Biomethan. Die Sanierungskosten sollen in den Tarif einfließen auf 40 Jahre verteilt werden, so Wachtler. Für die Konsumenten soll es jedoch dadurch "zu keinen spürbaren Erhöhungen" kommen, erklärte Netz-Burgenland-Geschäftsführer Peter Sinowatz.

Investition von 100 Millionen für Ökostrom bis 2017

Auch im Bereich des Stromnetzes seien weitere Aufwendungen geplant: Um Ökostrom vor allem aus Windkraft- und Photovoltaikanlagen in das Leitungsnetz integrieren zu können, werde man 2011 bis 2017 knapp 100 Mio. Euro zusätzlich in die Netze investieren, berichtete Sinowatz.

Mittlerweile seien 400 Windkraftanlagen mit knapp 1.000 Megawatt Gesamtleistung sowie rund 3.000 Photovoltaikanlagen am Netz. Im Dezember 2013 habe man das Ziel erreicht, den gesamten Jahresstromverbrauch des Burgenlandes aus heimischen Ökostromanlagen abzudecken. Ende 2014 habe man einen Eigenerzeugungsgrad von 123 Prozent erreicht, erläuterte der Geschäftsführer.

Die Energie-Burgenland-Tochter Netz Burgenland betreibt aktuell 19 Umspannwerke und 2.700 Trafostationen sowie knapp 10.000 Kilometer Stromleitungen zur Versorgung von etwa 160.000 Kundenanlagen.

Drei leistungsfähige Umspannwerke in Zurndorf, Neusiedl am See und Rotenturm dienen als Übergabepunkte in das Höchstspannungsnetz, zwei weitere seien in Planung. Jährlich werden 31 Mio. Euro in die Infrastruktur für Instandhaltung, Erneuerung und Verstärkung investiert, so Sinowatz.