Erstellt am 21. März 2013, 14:13

Energiepreise in Österreich zu hoch. Die Preise für Strom und Gas waren 2012 weiter auf einem Rekordniveau.

Unter den hohen Energiekosten ächzen aber hauptsächlich Haushalte, denn Industriekunden zahlen für Strom und Gas zum Teil sogar weniger als die Energieversorger selbst im Einkauf. Das müssen die Privatkunden kompensieren - beim Gas macht der Energieregulator E-Control hier eine Lücke von 80 Mio. Euro aus.

Und beim Strom klafft nach wie vor eine riesige Lücke zwischen Großhandels- und Endkundenpreis, da die Versorger Senkungen nicht in ausreichendem Maße weitergeben. Das liegt zum Gutteil am mangelnden Wettbewerb in Österreich, aber auch daran, dass die Österreicher äußerst faul sind, was den Anbieterwechsel betrifft, wie Vorstand Walter Boltz betonte.

Nur 1,1 Prozent aller Stromendkunden haben 2012 ihren Anbieter gewechselt, das ist der niedrigste Wert seit sieben Jahren, so E-Control-Vorstand Martin Graf. Seit der Liberalisierung des Strommarktes 2001 haben sich insgesamt 504.000 Haushalte einen neuen Stromanbieter gesucht, das sind kumuliert nur 12,4 Prozent.

Im Vergleich mit anderen Ländern steht Österreich hier schlecht da. In Deutschland liegen die jährlichen Wechselraten bei knapp zehn Prozent und in Frankreich, wo die EdF ein Quasi-Monopol hat, bei 3,9 Prozent. Dabei könnte sich ein österreichischer Haushalt mit einem Jahresverbrauch von 3.500 Kilowattstunden laut Strompreismonitor momentan bis zu 140 Euro im Jahr sparen (Neukundenrabatte miteingerechnet).

Beim Gas gab es im Vorjahr, wohl auch dank der neuen deutschen Anbieter Goldgas und Montana, ein bisschen Bewegung. Erstmals stieg die Wechselrate über ein Prozent, und zwar auf 1,7 nach 0,9 Prozent bei Haushalten, Gewerbe und Industrie. Seit der Marktliberalisierung im Jahr 2003 haben zusammengerechnet nur acht Prozent oder 102.000 Haushalte ihren Gasanbieter gewechselt.