Erstellt am 13. November 2012, 12:56

Energiewirtschaft drängt auf einheitliche Rahmenbedingungen in EU. Österreichs Energiewirtschaft drängt auf eine Harmonisierung der Rahmenbedingungen in Europa.

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Bei einem immer größeren Anteil von Strom aus erneuerbarer Energie müssen auch gleiche Wettbewerbsbedingungen im Energiebinnenmarkt herrschen, forderte Peter Layr, Präsident von Oesterreichs Energie und Chef der niederösterreichischen EVN, am Dienstag bei einer Pressekonferenz in Brüssel. Ebenfalls gefordert seien Investitionen in den Netzausbau, nicht nur in die Energieerzeugung.

Österreich sei bereits jetzt "Europameister" bei der erneuerbaren Energie und investiere auch weiterhin, so Generalsekretärin Barbara Schmidt. So sind etwa bei der Wasserkraft Investitionen von 5,6 Mrd. Euro in den Ausbau der Erzeugung um 7.000 GWh geplant. Mit dem Ausbau der erneuerbaren Energie geht auch der Netzausbau einher. Bis 2020 plant die Energiewirtschaft 16,3 Mrd. Euro an Investitionen, davon acht Mrd. Euro für umweltfreundliche Stromerzeugung und 8,3 Mrd. Euro für den Ausbau der Netze.

Die Vertreter der österreichischen Energiewirtschaft pochen aber auf europaweit einheitliche Rahmenbedingungen. "Derzeit werden Maßnahmen, die als Starthilfe gedacht waren, für Technologien eingesetzt, die bereits breite Anwendung finden und damit die Märkte und die Konsumenten überfordern", so Layr. Investoren bräuchten Klarheit darüber, welche Ziele die EU verfolgt, sowie Rechtssicherheit.

Derzeit gebe es einen riesigen Börsenplatz, für deren Marktteilnehmer aber je nach Land unterschiedliche Regeln gelten. So sollten beispielsweise entweder alle Pumpspeicher in Europa Netzgebühren zahlen oder keiner. Auch seien die CO2-Ziele in den Ländern völlig unterschiedlich und bei der Kernkraft gebe es keine Kostenwahrheit. "Das sind alles Verzerrungen, dort gehört harmonisiert", betonte Layr. Sollte ein Land schneller auf erneuerbare Energieträger umsteigen wollen, sind aber aus seiner Sicht auch höhere Förderungen in Ordnung.

Schmidt verwies auf das aktuelle Projekt, die Energieinitiative der Alpenländer, gemeinsam mit Deutschland und der Schweiz: "Die Alpen sind schon jetzt Speicherzentrum Europas. Deutschland, Österreich und die Schweiz haben gemeinsam 43 Prozent der europäischen Pumpspeicherung, aber nur 22,9 Prozent der Stromerzeugung." Die aktuell vorhandenen Speicher würden nur noch wenige Jahre reichen, um den Speicherbedarf aufgrund des Erneuerbaren-Ausbaus allein in Deutschland zu erfüllen. Sollte hier nichts passieren, würde nach 2020 Strom "verlorengehen", warnt sie. Die derzeit geplanten Investitionen in Pumpspeicher in diesen drei Ländern belaufen sich auf insgesamt 20 Mrd. Euro und sichern bis zu 400.000 Arbeitsplätze.