Erstellt am 29. April 2016, 20:40

Enorme Schäden in der Landwirtschaft. Die eisigen Temperaturen und Schneefall haben im Weinbau fast die Hälfte der Flächen geschädigt, beim Obst - Erdbeeren und Äpfeln - wurden bis zu 70 Prozent geschädigt.

Viele Weinbauern versuchten durch das Verbrennen von feuchten Stroh mit Wasserdampf die Weingärten zu schützen.  |  NOEN, Siess
Christian Zechmeister, Geschäftsführer Weinbau Burgenland nach den Horrornächten für die Landwirte: "Das ganze Land ist im Weinbau von den Frostschäden betroffen, vom Seewinkel über das Leithagebirge bis zum Südburgenland. Das Mittelburgenland war vorerst eher verschont, in der Nacht von Donnerstag auf Freitag hat es dann aber auch diese Region erwischt."

Lacht Zechmeister kann man bei vorsichtigen Schätzungen davon ausgehen, dass rund 45 % der Weingartenfläche des Landes geschädigt wurden. Zechmeister: "Extrem betroffen ist zum Beispiel Pamhagen, hier beträgt der Schaden rund 70 %, aber in vielen anderen Orten wie etwa Halbturn oder St. Georgen sprechen wir auch von einem Schaden von rund 50%. In Gols zum Beispiel sind die Top-Rieden bereits in der ersten Frost-Nacht nahezu völlig zerstört worden. Im Südburgenland beträgt der Schaden generell zwischen 30 und 60%."

Am stärksten betroffen ist der Zweigelt. Der Grüne Veltliner und der Blaufränkisch sind zwar ebenfalls in Mitleidenschaft gezogen, erweisen sich aber als ein bißchen robuster. Es gibt im Weinbau eine Versicherung und zwar eine Hagel-Frost-Kombiversicherung, sie wird zu 25% vom Land und zu 25% vom Bund unterstützt. Rund 4.000 ha der gesamt 13.000 ha Weingartenfläche im Land sind versichert, also rund ein Drittel.

Gemüse und Obst stark betroffen Wolf Reheis, Leiter der Abteilung Pflanzenbau an der Landwirtschaftskammer erklärt: "70% der Obstkulturen - vor allem Äpfel und Erdbeeren - sowie einiger Spezialkulturen - Grünspargel, Zuckermais, Fisolen, Paprika und Frühkartoffe - im Land sind geschädigt. Schäden bei den Frühkartoffeln gibt es im Seewinkel, bei den Erdbeeren naturgemäß in Wiesen. Besonders betroffen ist beim Obst das Südburgenland, da sich hier unsere Hauptanbaufläche im Burgenland befindet."

Im Obstbau kann man sich auch versichern, allerdings gibt es keinen Zuschuss seitens der öffentlichen Hand wie beim Weinbau - die Versicherungsprämie ist hoch, dementsprechend wenige Bauern sind versichert. Reheis: "Seitens der Landwirtschaftskammer wünschen wir uns daher auch eine derartige Ko-Finanzierung für den Obstbau und generell unbürokratische Unterstützungsmodelle. Gespräche sind in nächster Zeit geplant."