Erstellt am 10. August 2016, 06:43

von Gunther Graf

Firmen: „Gesetzesflut ist ein Horror“. Unternehmen fehlen Anreize für Investitionen. Industriellenvereinigung fordert Steuerbegünstigungen, Wirtschaftskammer pocht auf eine Verwaltungsreform.

Peter Wrann: „Die Überreglementierung verursacht auch hohe Kosten.“  |  BVZ

Über zu zu wenig Anreize für Unternehmen, neue Maschinen oder Betriebsausstattung anzuschaffen klagt die Industriellenvereinigung Burgenland (IV). Die Belastungen seien großteils „hausgemacht“ und Investitionen, Innovationen sowie das dringend nötige Wirtschaftswachstum würden so gebremst.

„Die heimischen Betriebe sind am Limit“

Ingrid Puschautz-Meidl: „Neue Arbeitsplätze können so nicht entstehen.“  |  BVZ

„Wir haben mit 52 Prozent die fünfthöchste Steuer- und Abgabenlast für Unternehmen in Europa und liegen um zehn Prozentpunkte höher als im EU-Durchschnitt. Die heimischen Betriebe sind am Limit, neue Arbeitsplätze können so nicht entstehen“, so IV-Geschäftsführerin Ingrid Puschautz-Meidl.

Daher wird ein Investitionsfreibetrag für Unternehmen gefordert. Dieser soll als fiktive Betriebsausgabe den steuerpflichtigen Gewinn mindern und 30 Prozent der Herstellungs- und Anschaffungskosten betragen.

Es würde sich um eine auf zwei Jahre befristete Steuerbegünstigung für Firmen handeln, die bestimmte Investitionen in Betriebsgebäude und Maschinen tätigen. Die Maßnahme könnte Unternehmer motivieren, wieder mehr Geld in Fluss zu bringen, was der Wirtschaft und der Schaffung neuer Arbeitsplätze zugute käme.

Wrann: Verwaltungsreform dringend notwendig

Für die Wirtschaftskammerhat der Investitionsmangel viele Wurzeln. Peter Wrann, Spartengeschäftsführer Industrie, sieht ein Problem im sogenannten „Golden Plating“. EU-Vorgaben würden oft strenger als gefordert umgesetzt. Insgesamt verursache eine Überreglementierung durch Gesetze und Verordnungen hohe Kosten und Aufwand für die Wirtschaft. Eine Verwaltungsreform sei daher Verwaltungsreform .

„Die Gesetzesflut ist ein Horror“, so Wrann. Weiters bemängelt er, dass es derzeit nur im Burgenland keine Internationalisierungsförderung für Unternehmen gibt. Diese hilft vor allem Klein- und Mittelbetrieben bei der Anbahnung von Geschäften im Ausland, bei der Beteiligung an Messen oder bei ausländischen Beratungskosten.

„Gerade kleine und mittlere Unternehmen können in Nischenmärkten international mithalten und müssen ihre Märkte erweitern“, meint Alfred Fuchs, Obmann des Außenhandels der WK. Eine Exportoffensive mit der Internationalisierungsförderung wäre daher sehr förderlich, um neue Investitionen im Land anzukurbeln.