Erstellt am 07. Mai 2013, 16:46

Entscheidung über Niemetz-Sanierung vertagt. Der angeschlagene Wiener Süßwarenhersteller Niemetz hat am Dienstag noch eine letzte Galgenfrist bekommen. Die Gläubiger haben einem Antrag des insolventen Traditionsbetriebs zugestimmt, das endgültige Votum über den Sanierungsplan auf 16. Mai zu vertagen. Gefordert wird nun allerdings eine 75-Prozent-Barquote. Folglich muss das Unternehmen bis Ende kommender Woche gut 3,5 Mio. Euro aufstellen.

Als Schwedenbomben-Retter in letzter Minute wird nun der Investor und Sanierer Erhard Grossnigg gehandelt. Gläubigervertretern zufolge hat Grossnigg bzw. seine Austro-Holding gewissermaßen über Nacht ein Angebot gelegt und eine 75-Prozent-Barquote angeboten. In der heutigen Sanierungsplantagsatzung am Wiener Handelsgericht habe er dann um die letztlich abgenickte Fristverlängerung gebeten, um die nötige Summe beschaffen zu können.

Laut Informationen des Österreichischen Gläubigerschutzverbands "Creditreform" plant Grossnigg eine 70-prozentige Beteiligung an Niemetz, die restlichen 30 Prozent sollen bei der Familie Niemetz - also den bisherigen Gesellschaftern - verbleiben. Zudem habe der potenzielle Sanierer angekündigt, die Marke fortführen und die Mitarbeiter übernehmen zu wollen, so Creditreform-Geschäftsführer Gerhard Weinhofer zur APA.

Offenbar gibt es neben der Austro-Holding aber auch noch einen zweiten, nicht näher genannten Interessenten. Dieser soll gar eine Barquote von 80 Prozent in Aussicht gestellt haben.

Die Abstimmung über den Sanierungsplan am 16. Mai ist jedenfalls die letztmögliche Rettungschance für den Schaumgebäck-Betrieb - wobei das Geld für die Gläubiger bis 21. Mai auf dem Konto von Masseverwalter Stephan Riel sein muss. Ist dem nicht so, gilt der Sanierungsplan trotz Gläubigerzustimmung nachträglich als gescheitert. Sollte dieser Fall eintreten, wird das Unternehmen zerschlagen und verkauft.