Erstellt am 30. Mai 2011, 11:30

Entscheidung zu Griechenland-Hilfen naht. Wenige Tage vor der erwarteten Entscheidung über weitere Hilfen für Griechenland steigt der Druck auf die Regierung in Athen, ihren Sparkurs zu verstärken und dabei das Volk sowie die Politik mit ins Boot zu holen.

Wenige Tage vor der erwarteten Entscheidung über weitere Hilfen für Griechenland steigt der Druck auf die Regierung in Athen, ihren Sparkurs zu verstärken und dabei das Volk sowie die Politik mit ins Boot zu holen. Nach neuerlichen Protesten im Zentrum Athens warnten Vertreter von EZB und EU eindringlich vor einer Umschuldung des Landes und mahnten Reformen wie Privatisierungen an.

Am Sonntag hatten sich dessen ungeachtet nach Polizeiangaben etwa 30.000 Menschen auf dem Syntagma-Platz in der griechischen Hauptstadt versammelt und den Internationalen Währungsfonds (IWF) aufgefordert, "sich zu verziehen". Die Regierungspartei PASOK sagte ein geplantes Treffen für Montag zum Thema internationale Hilfen kurzfristig ohne Angabe von Gründen ab. Ministerpräsident Papandreou wollte die Partei bei dem Treffen auf einen noch strikteren Sparkurs einschwören.

Griechenland hatte vergangenes Jahr ein Hilfspaket von IWF und EU im Volumen von 110 Mrd. Euro erhalten. Die Auflagen für das Paket hat das Land aber bisher offenbar kaum umsetzen können. Dem hoch verschuldeten Land droht ein Zahlungsausfall in Höhe von 327 Mrd. Euro. Das entspräche rund 150 Prozent der Wirtschaftsleistung Griechenlands.

Zuletzt wurde viel über eine Umschuldung spekuliert. Die Europäische Zentralbank (EZB), die mit dem IWF und der EU an den Verhandlungen vor Ort beteiligt ist, ist strikt dagegen. EU, EZB und IWF überprüfen derzeit, ob Griechenland die Bedingungen für die Auszahlung der nächsten Kredittranche aus dem im vergangenen Jahr beschlossenen Rettungspaket erfüllt.