Erstellt am 23. Mai 2011, 16:15

Erdbeerernte - Frost setzte heuer den süßen Früchten zu. Im Burgenland hat in der Vorwoche die Erdbeersaison begonnen. Bedingt durch kaltes Wetter im April sowie Anfang Mai zeigen sich die Erdbeeren heuer um etwa acht Tage später als sonst in saftigem Rot.

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Während der Frost den Landwirten bei der Ernte zum Teil starke Einbußen bescherte, kann sich die Qualität sehen lassen. Durch die Sonneneinstrahlung erhöhen sich der Zuckergehalt und das Aroma, so Josef Koch, Vizepräsident des Burgenländischen Obstbauverbandes, am Montag zur APA.

   Vor allem in Tallagen sei Anfang Mai die Temperatur auf minus vier Grad Celsius gesunken. Alles in allem sei mit Einbußen von um die 30 Prozent zu rechnen, in den exponierten Lagen auch 50 bis 80 Prozent. Die Schäden machen sich jetzt beim Pflücken bemerkbar, sagte Koch. Im Vorjahr setzten Hagel und Sturm den Kulturen zu, diesmal war es der Frost: "Jetzt werden die Bauern auch schön langsam ein bisschen verzagt." Nicht nur die Erdbeeren waren heuer betroffen. Auch bei Kirschen und Zwetschken habe es starke Ausfälle gegeben.

   Pro Hektar werden - abhängig von den Witterungsbedingungen - rund 9.000 bis 12.000 Kilogramm Erdbeeren geerntet. Die Zahl der Erdbeerbauern im Haupterwerb gehe ständig zurück, meinte Koch. Dafür seien mehr nebenerwerblich tätig. Die Hauptsaison für die süßen Früchte ist Ende Mai, Anfang Juni. Bei günstigem Wetter reifen die Erdbeeren dann sehr rasch.

   Einige Bauern bedecken im Frühjahr ihre Erdbeerfelder mit Vlies. Das schütze zum Teil vor Frost. Außerdem hält sich die Wärme besser, was die Erdbeeren früher reif werden lässt, erläuterte Koch. Wenn die Erdbeeren rot werden, kann man das Vlies wieder abnehmen. Insgesamt werden im Burgenland rund sechs bis sieben Hauptsorten angebaut. Dazu kommen zahlreiche weitere, regional kultivierte Sorten.

   Neben schönem Wetter hoffen die Erdbeerbauern in den kommenden Wochen doch auch auf etwas Regen. Die Felder seien nämlich bereits trocken: "Wir müssen teilweise bewässern", so Koch. Der Preis pro Kilogramm bewege sich derzeit bei etwa sechs bis sieben Euro. Wenn die Ernte voll einsetzt, dürfte er sich noch nach unten bewegen.

   Rund 50 Voll- und Nebenerwerbslandwirte betreiben nach Angaben der Landwirtschaftskammer in den Gemeinden Wiesen, Forchtenstein, Bad Sauerbrunn und Pöttsching (allesamt im Bezirk Mattersburg) auf einer Fläche von über 60 Hektar Erdbeeranbau. Statistisch betrachtet, verzehre jeder Österreicher im Jahr 3,7 Kilogramm Erdbeeren. Mit 37 Kalorien pro 10 Dekagramm gehöre die Erdbeere zu den kalorienärmsten Obstarten. Erdbeeren bestehen zu 90 Prozent aus Wasser und sind sehr vitaminreich.