Erstellt am 20. Januar 2013, 10:04

Ermittler wähnen Nähe Grassers zu Ex-Porsche-Chef. In der Causa Grasser interessieren sich die Ermittler für einen Porsche-Leasingvertrag, den der damalige Finanzminister 2003 zu Sonderkonditionen abgeschlossen hat.

Laut Medienberichten muss Porsche dafür Steuern nachzahlen. Zudem werfe die Staatsanwaltschaft Karl-Heinz Grasser ein Naheverhältnis zu Ex-Porsche-Chef Wendelin Wiedeking vor, was dieser bestreite.

Konkret geht es um einen Leasingvertrag für den Porsche 911 Carrera 4 Cabrio. Grasser habe für das Auto Zahlungen von 9.946 Euro geleistet, allerdings habe die Finanz auf Basis der Porsche-Angaben für die Normverbrauchsabgabe einen Wert von 33.415 Euro errechnet, schreibt die Zeitung unter Berufung auf den Steuerakt von Grasser.

Die Differenz von 23.469 Euro sei demnach als "Entgelte von dritter Seite" nachzuversteuern, weil die "verbilligte Porsche-Nutzung dem Dienstverhältnis zuzurechnen" sei, heiße es in dem Akt. Dieser Zusammenhang erhärte sich wegen der "VIP-Stellung als Minister, welche eine besondere Werbewirksamkeit hat."

Grasser hat laut "Standard" in seiner Einvernahme gemeint: "Ich hatte ein VIP-Leasing und habe das Entgelt bezahlt." Die Sonderkonditionen habe er "wie einer von vielen VIPs bekommen."

Grasser habe zudem den Antrag gestellt, Sektionschef Wolfgang Nolz zu vernehmen, da er den Beamten seinerzeit gefragt habe, ob die Leasingkonditionen in Ordnung gingen. Bei seiner Befragung vergangene Woche habe Nolz auf die Frage, ob die Leasingbedingungen annehmbar seien, mit "nein" geantwortet, schreibt die Zeitung.

Weiters werfe die Staatsanwaltschaft Grasser ein Naheverhältnis zum früheren Porsche-Boss Wiedeking vor und berufe sich dabei auf ein Schreiben des Deutschen. Darin bedanke sich Wiedeking anlässlich des Ausscheidens Grassers aus der Politik Anfang 2007 dafür, dass der Minister auf EU-Ebene "zur Verhinderung der von Porsche strikt abgelehnten Quartalsberichte beigetragen" habe.

"Das werde ich Ihnen niemals vergessen", heißt es in dem Brief dem Bericht zufolge. Auch nicht, dass Grasser in die Heimatstadt Wiedekings gereist sei, um ihm in Bietigheim des Große Silberne Ehrenzeichen mit dem Stern für Verdienste um die Republik Österreich zu überreichen.