Erstellt am 03. November 2016, 05:30

von BVZ Redaktion

80 Prozent weniger Äpfel. 468 von den 550 Hektar Obstbaufläche im Burgenland wurden nach dem Frost Ende April zur Schadenserhebung eingereicht.

Apfelernte: 2015 wurden österreichweit 210.000 Tonnen Äpfel geerntet, heuer werden es nur 40.000 Tonnen sein, wie Burgenlands Obstbaupräsident Johann Plemenschits weiß. „Ende Jänner wird die österreichische Ware ausverkauft sein“, so Plemenschits.  |  BVZ

„80 Prozent der Erntemenge fehlen“, zieht Obstbaupräsident Johann Plemenschits Bilanz über die heurige Apfelernte, die aufgrund des Frosts Ende April mager ausfällt. „Nur dort, wo wir Kulturen über die Technik der Frostschutzbewässerung schützen konnten, gibt es eine normale Ernte.“

Rund 7,5 Millionen Euro Wertschöpfung bei normaler Ernte

Besonders hart hat es die Obstbauern der Region Rosalia getroffen. „Im Raum Wiesen und Forchtenstein hat ein Hagelunwetter Ende August bereits ‚abgeerntet‘, die haben gar nichts“, schildert Plemenschits. Für die Frostschäden werden Entschädigungszahlungen in Höhe von 1,1 Millionen Euro zur Auszahlung kommen.

Laut Plemenschits hätte es bei einer normalen Ernte aber eine Wertschöpfung von rund 7,5 Millionen Euro gegeben. „Es ist gut, dass es die Entschädigungen gibt. Vom tatsächlichen Schaden machen diese allerdings nur rund 15 Prozent aus. Es ist die Frage, wie es die einzelnen Betriebe schaffen.“ Dazu kommen laut Plemenschits noch die nicht kostendeckenden Auszahlungspreise der vergangenen drei Ernten sowie der Ausfall Russlands als Absatzmarkt wegen des Embargos.

Seiner Meinung nach ist es erforderlich, dass neben Hagelnetzen, die bereits in den meisten Betrieben Standard sind, mit Unterstützung der öffentlichen Hand die Technik der Frostberegnung möglichst flächendeckend eingeführt wird. Damit wäre auch das Problem der Trockenheit für die Betriebe gelöst.