Erstellt am 23. April 2013, 13:01

Ernüchterung im Konjunkturbarometer zu Jahresstart. Die Industrie meldet einen unterkühlten Jahresstart 2013 in Österreich.

Anfangs war das Jahr laut aktuellem Konjunkturbarometer der Industriellenvereinigung (IV) noch von einer Aufhellung geprägt, dann trat aber konjunkturelle Ernüchterung unter anderem in Form der schwächsten Ertragssituation der vergangenen 36 Monaten ein. Der Aufschwung stehe nicht vor der Tür, so IV-Generalsekretär Neumayer. Momentan liegt man unter dem Niveau von Mitte 2012, die Geschäftslage wird schlechter eingeschätzt als zum Ende des Vorjahres, die Auftragsbestände erreichen jene des Vorjahres derzeit noch nicht. Für das Gesamtjahr zeichnete sich ein "fragiler konjunktureller Aufschwung und eine angespannte Ertragslage" aber immerhin auch eine "Neigung zu Neueinstellungen" von Mitarbeitern in der Industrie ab, so der Sukkus des Barometers laut IV-Chefökonom Christian Helmenstein.

Bei den Neueinstellungen könne aber nicht eingeschätzt werden, wie viele Jobs Teil- oder Vollzeit werden würden, da die Firmen auf Flexibilität setzen würden.

Dafür, dass sich Europa immer noch in der Rezession befinde, stehe Österreich allerdings ganz gut da, so die IV-Vertreter. Sie erwarten ein reales Wachstum der österreichischen Volkswirtschaft heuer von 0,5 bis 1,0 Prozent. Die Hoffnung auf einen Aufschwung nach dem vierten Quartal 2012 wurden heuer zum Jahresstart allerdings enttäuscht. Nach der "konjunkturellen Ernüchterung im ersten Quartal" ist laut Neumayer eine allmähliche Belebung der Konjunktur zu erwarten, aber sie steht nicht vor der Tür.

Die schwächste Ertragslage seit drei Jahren wirke sich negativ auf die Investitionen aus. Eine Verbesserung prophezeit das Barometer erst in sechs Monaten, tief in der zweiten Jahreshälfte. Daher werde die Investitionen wohl erst Ende 2013 bzw. 2014 wieder deutlich anziehen, so Helmenstein.