Erstellt am 07. September 2011, 15:10

Erste Bank rät Ausstieg aus Frankenkrediten. Bei den problematischen Frankenkrediten hat sich die Erste Bank bisher zurückhaltend zu Kredit-Konvertierungen geäußert, vielmehr hat sie zu langem Atem geraten, also im Frankenkredit drinzubleiben. Doch seit gestern habe sich die Welt geändert, hieß es am Mittwoch seitens der Bank. Tenor: "Raus aus diesem Risiko".

Bei den problematischen Frankenkrediten hat sich die Erste Bank bisher zurückhaltend zu Kredit-Konvertierungen geäußert, vielmehr hat sie zu langem Atem geraten, also im Frankenkredit drinzubleiben. Doch seit gestern habe sich die Welt geändert, hieß es am Mittwoch seitens der Bank. Tenor: "Raus aus diesem Risiko".

Dass die Schweiz im Kampf gegen den Franken-Höhenflug ihre Währung gestern an den Euro gekoppelt hat, hat in den Augen des Vorstands der Erste Bank "nur die Krise sichtbarer gemacht". Damit würden Symptome bekämpft. Erste-Vorstandssprecher Uher sagte der APA, dass sein Haus in den nächsten Tagen alle Franken-Kreditkunden kontaktieren wird.

"Ich hoffe, dass es mit der Festlegung auf einen festen Mindestkurs gelingt, den Franken über 1,20 Euro zu halten", sagte Uher zur APA. "Wir raten unseren Kunden jetzt dringend, das Risiko zu reduzieren und das seit gestern geöffnete Window of Opportunity zu nutzen."

Die aktuelle Empfehlung an die Kunden: Die gesamte Kreditsumme oder zumindest große Teile sofort auf Euro zu konvertieren, diese endfälligen Kredite auf laufende Rückzahlung umzustellen und die Tilgungsträger stillzulegen, also keine Prämien mehr darauf einzuzahlen. Die Beratung werde auf diese Ziele abgestellt. Die Erste verlange auch keine Konvertierungsgebühren, versicherte Uher.

In Österreich zählt die Erste Group rund 16.000 Kunden, die Frankenkredite aufgenommen haben, in Summe 2,7 Mrd. Euro. Davon rund 2 Mrd. Euro private Kreditnehmer, primär Häuslbauer. Praktisch alle Frankenkredite sind variabel verzinst. Österreichweit sind nach Banken-Angaben umgerechnet 34,5 Mrd. Euro an private Frankenkreditnehmer verborgt und 8,8 Mrd. Euro an Firmen.