Erstellt am 20. Oktober 2011, 14:06

Erste Group-Chef Treichl unter Druck. Erste Group-Chef Andreas Treichl kommt weiter unter Druck. Auslöser ist seine Aussage vom 29. September, wonach die Gewinnprognose für sein Institut weiter aufrecht ist - nicht einmal zwei Wochen später musste er einen Jahresverlust von bis zu 800 Mio. Euro einräumen.

Dieser überraschende Schwenk beschäftigt mittlerweile die Finanzmarktaufsicht (FMA), nun kommt auch Kritik aus der Politik. Erste Group-Chef Andreas Treichl kommt weiter unter Druck. Auslöser ist seine Aussage vom 29. September, wonach die Gewinnprognose für sein Institut weiter aufrecht ist - nicht einmal zwei Wochen später musste er einen Jahresverlust von bis zu 800 Mio. Euro einräumen. Dieser überraschende Schwenk beschäftigt mittlerweile die Finanzmarktaufsicht (FMA), nun kommt auch Kritik aus der Politik.

SPÖ-Geschäftsführer Kräuter fragt im aktuellen "News", ob "im Lichte der jüngsten Abwertungen" die Bilanzen der vergangenen Jahre in Ordnung waren. Er erinnerte in diesem Zusammenhang an die erfolgsabhängigen Boni des Bankers. Treichl hat im Geschäftsjahr 2010 eine Gesamtvergütung in Höhe von 2,795 Mio. Euro erhalten.

Der Kapitalmarktbeauftragte der Bundesregierung, Ex-OMV-Chef Richard Schenz wird im "WirtschaftsBlatt" mit den Worten zitiert: "Die Aussagen innerhalb von 14 Tagen so zu ändern, ist ungewöhnlich. Die Bank braucht dafür schon gute Argumente, denn normal ist das nicht." Und weiter: "Die FMA muss sich genau ansehen, warum es zuerst weiß war und dann schwarz wurde."

Die "Presse" widmet sich der Abbildung der "Credit Default Swaps" (CDS) in der Bilanz. Die Analysten von Goldman Sachs und der Ratingagentur Fitch meinten demnach, dass die Erste Bank mit ihrer bisherigen Bewertungsmethode ziemlich alleine war. In Europa sei die Bewertung von CDS zu Marktpreisen üblich, betont Fitch. Die Sprecher von Bank Austria und Raiffeisen Bank International bestätigen das und versichern, dass sie ihre CDS-Positionen auch in der Vergangenheit zum Marktwert angegeben haben.

Laut Bank-Sprecher Michael Mauritz sollen die adaptierten Bilanzen nächste Woche präsentiert werden. Seinen Angaben zufolge handelt es sich bei den von der Erste gehaltenen CDS "ausschließlich um Absicherungsinstrumente". Sie seien nie zum Handel eingesetzt worden. Mauritz räumte gegenüber der "Presse" ein, dass die Erste Group das CDS-Portfolio aus heutiger Sicht "sicherlich nicht ausreichend aktiv" kommuniziert habe. "Verschwiegen haben wir es aber nicht", so der Sprecher.