Erstellt am 03. Oktober 2012, 18:39

Erste Group und RZB bestanden Banken-Stresstest. Bei den jüngsten Banken-Stresstests der europäischen Aufsichtsbehörde EBA haben die beiden österreichischen Institute Erste Group und Raiffeisen Zentralbank (RZB) "die substanziell erhöhten EBA-Anforderungen mehr als erfüllt", teilten Oesterreichische Nationalbank und Finanzmarktaufsicht am Mittwochabend mit. Schon bisher ging man davon aus, dass beide Institutsgruppen im "grünen Bereich" liegen.

Die RZB-Gruppe erreichte bei den neuen europäischen Banken-Stresstests per 30. Juni eine harte Kernkapitalquote gemäß EBA-Definition von 10,0 Prozent und liegt damit einen Prozentpunkt über der Vorgabe. Inklusive erzielter Gewinne des 1. Halbjahres und abzüglich der anteiligen Dividenden auf Basis des Vorjahres habe die Quote sogar 10,6 Prozent betragen, so das Institut. Für die Erste Group wurde eine harte Kernkapitalquote von 9,9 Prozent ermittelt.

Insgesamt haben die 71 teilnehmenden Kreditinstitutsgruppen heuer ihr Kapital um mehr als 200 Mrd. Euro aufgestockt. Die 27 Banken, die ursprünglich die substanziell erhöhten Eigenkapitalvorgaben von mindestens 9 Prozent hartem Kernkapital nicht erfüllt haben, haben ihre Kapitalausstattung nun um zusammen 116 Mrd. Euro verbessert, geht aus der Aussendung von FMA und OeNB hervor.

Der Vorsitzende der EBA, Andrea Enria, erklärte, die europäischen Banken hätten bedeutende Fortschritte bei der Kapitalaufstockung gemacht, womit die Belastbarkeit des Bankensystems insgesamt in der EU gestärkt worden sei. Damit seien die Banken heute in einer besseren Verfassung, die Realwirtschaft zu finanzieren. Allerdings müsse der eingeschlagene Weg fortgesetzt werden. EU-Binnenmarktkommissar Michel Barnier zeigte sich erfreut über die Entwicklung. Diese "finanzielle Konsolidierung verstärkte die Fähigkeit der Banken, die Realwirtschaft dauerhaft zu finanzieren".