Erstellt am 15. Oktober 2013, 15:38

Erste Runde zum Handels-KV begonnen. Die erste Verhandlungsrunde im Ringen um einen neuen Kollektivvertrags-Abschluss für über eine halbe Million Beschäftigte im Handel hat begonnen.

Seit 14.00 Uhr beraten sich die Gremien der zwei Verhandlungsseiten in der Wirtschaftskammer Österreich. Wichtigster Tagesordnungspunkt: Die Festlegung der Inflationsrate. Die Gewerkschaft ging hier zuletzt von einer Teuerung von 2,4 Prozent für das abgelaufene Jahr aus. Die Arbeitgeber sehen die Inflation knapp über 2 Prozent pendeln. Die Inflationsrate ist eines der wichtigsten Kriterien für die Bemessung der Gehaltserhöhung. Die Arbeitnehmerseite fordert eine "ordentliche reale Erhöhung", bekräftigte Gewerkschafts-Verhandler Manfred Wolf kurz vor Start. "Bei einem Prozentpunkt über der Inflation reden wir von einer ordentlichen Gehaltserhöhung", sagte Wolf.

Es gibt nicht viel zu verteilen

Der Dreier vor dem Komma ist für die Arbeitgeber "sehr unrealistisch", wie Chefverhandler Peter Buchmüller meinte. "Die Lage im Handel ist nicht so gut wie von der Gewerkschaft dargestellt." Umsätze und Margen gingen zurück, da gebe es nicht viel zu verteilen, so Buchmüller.

Über andere Dinge als die Gehaltserhöhung will Buchmüller bei den diesjährigen KV-Verhandlungen gar nicht sprechen. Themen aus dem Rahmenrecht würden ab 2014 in eigenen Arbeitsgruppen behandelt. Der Gewerkschaftsforderung nach einem früheren Erreichen der sechsten Urlaubswoche erteilte der Chefverhandler auf Arbeitgeberseite eine Absage: "Das ist nicht tragbar."Österreich sei ohnehin "Urlaubskaiser" und man dürfe auch die hohe Anzahl an Feiertagen nicht vergessen. Dazu kämen noch im Schnitt 12 bis 14 Krankenstandstage im Jahr.

Änderung beim Verhandlungsprozedere

Die Gewerkschaft will wie schon im Vorjahr erreichen, dass die Beschäftigten im Handel früher in den Genuss von sechs Wochen Urlaub im Jahr kommen als bisher. Derzeit bekommen sie das nur, wenn sie 25 Jahre durchgehend im selben Unternehmen arbeiten. Aus Vordienstzeiten sowie Schul- und Studienzeiten werden bisher maximal 12 Jahre angerechnet. "Wir fordern hier die volle Anrechnung aus Vordienstzeiten", so Wolf.

Erstmals gibt es heuer eine Änderung beim Verhandlungsprozedere. Gewerkschaft und Arbeitgeber wollen den Abschluss in drei Sitzungen über die Bühne bringen. In den vergangenen Jahren benötigte man dazu bis zu acht Termine. Der nächste Termin ist am 30. Oktober.