Erstellt am 24. September 2013, 11:49

Erste Verhandlungen zur Metaller-Lohnrunde. Am Dienstagvormittag haben sich der Fachverband der Maschinen-und Metallwarenindustrie (FMMI) sowie die Produktionsgewerkschaft Pro-Ge und die Gewerkschaft der Privatangestellten GPA in der Wirtschaftskammer zur ersten Verhandlungsrunde für den ab 1. November geltenden neuen Kollektivvertrag (KV) getroffen.

Ein Forderungshöhe für den Einkommensanstieg liegt noch nicht vor. Vor Gesprächsbeginn um 11:00 Uhr haben Arbeitgeber wie Arbeitnehmer noch einmal ihre Standpunkte betont. "Wir fordern eine ordentliche Lohn- und Gehaltserhöhung. Über Arbeitszeiten sind wir bereit zu reden. Das betrifft aber die ganze Branche und darüber hinaus, also muss dies auch in einer großen Runde verhandelt werden", so GPA-Verhandlungsführer Karl Proyer.

Wie schon im Vorjahr verhandeln nun nicht mehr alle sechs Fachverbände der Metallbranche gemeinsam, sondern jeweils getrennt, beginnend mit dem FMMI. Den Gewerkschaften ist das ein Dorn im Auge, sie fürchten dass die Arbeitnehmer auseinanderdividiert werden.

Standort, Einkommen und Werthaltigkeit sichern

Die Arbeitgeber appellieren an die Sozialpartnerschaft, die das gleiche Ziel verfolge - den Standort, die Einkommen und die Werthaltigkeit zu sichern, erklärte FMMI-Chefverhandler Veit Schmid-Schmidsfelden, Geschäftsführer des Metallwarenerzeugers Fertinger. "Ich bin überzeigt dass das die Sozialpartner auch so sehen", sagte er vor Journalisten. Das Thema "Arbeitszeitflexibilisierung" sei der Industrie weiterhin wichtig, es gehe darum, dass dann gearbeitet werde, wenn die Arbeit da ist.

Sonderregelungen für Schicht- und Schwerarbeiter, wie von den Gewerkschaften gefordert, lehnte Schmid-Schmidsfelden ab. Schließlich arbeite die Industrie nicht mehr wie in den 1950er Jahren, eine körperlich besonders harte Arbeit gebe es nicht mehr.

Uneinig ist man sich bei Beginn der Verhandlungen auch über die Inflationsrate, die eine Basis der Verhandlungen darstellt. Die Gewerkschaften gehen von einer Teuerungsrate von 2,4 Prozent aus - dies sei der Durchschnitt des Anstiegs der vergangenen 12 Monate und immer Grundlage für die Verhandlungen gewesen. Die Arbeitgeber hingegen rechnen mit 2,1 Prozent, das sei die aktuelle Inflationsrate.