Erstellt am 24. September 2013, 14:17

Erstes Abtasten bei Auftakt zur Metaller-Lohnrunde. Zweieinhalb Stunden hat am Dienstagmittag das Abtasten von Industrievertretern und Gewerkschaftern zur Eröffnung der ersten Kollektivvertrags-Verhandlungsrunde in der Metallindustrie gedauert.

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Danach haben sich die Arbeitgeber- und Arbeitnehmervertreter, gestärkt mit Frankfurter und Gulaschsuppe, zu Gesprächen auf mittlerer Verhandlungsebene zurück gezogen. Die zweieinhalbstündigen sogenannten "Wirtschaftsgespräche" mit dem größten Fachverband, der Maschinen- und Metallwarenindustrie (FMMI), wurden von den beiden Verhandlungsseiten recht unterschiedlich bewertet.

FMMI-Chefverhandler Veit Schmid-Schmidsfelden sprach gegenüber der APA von "sehr sozialpartnerschaftlichen Gesprächen". Differenzen gebe es bei der Beurteilung der Konjunktur, wo die Arbeitgeber von einer moderaten Inflationsrate und einer schlechten Auftragslage ausgehen, während die Arbeitnehmer eine Konjunkturbelebung sehen würden. Eine Einigung auf einen neuen Kollektivvertrag noch heute erwartet Schmid-Schmidsfelden nicht.

Industrie zeichne "düsteres Bild"

Die Gewerkschafter sprachen von einem "düsteren Bild", das die Industrievertreter von der Wirtschaft zeichnen würden. "Wir haben stabile Verhältnisse auf hohem Niveau", meinte dazu Pro-Ge-Chefverhandler Rainer Wimmer. Und er erinnerte die Gegenseite an "kräftige Gewinnausschüttungen" für Eigentümer und Aktionäre.

Für Verstimmung sorgte ein Arbeitskonflikt bei der Salzburger Firma Geislinger, konkret bei ihrer Niederlassung in Kärnten. Betriebsräte, die laut Firmenchef Cornelius Geislinger keine Freistellung hatten, waren vergangene Woche zur Betriebsrätekonferenz nach Wien gekommen und erhielten daraufhin eine Verwarnung samt der Androhung einer Entlassung bei weiteren "Verstößen". Für die Gewerkschaften steht dieses Vorgehen im Widerspruch zu Urteilen des europäischen Gerichtshofes für Menschenrechte.