Erstellt am 27. September 2011, 18:04

EU hegt Gaskartellverdacht: Auch OMV betroffen. Die EU-Kommission hat Gaslieferanten in Mittel- und Osteuropa wegen des Verdachts illegaler Absprachen durchsucht - in Österreich gab es Razzien bei der OMV-Gruppe. Die Konzerne hätten womöglich gegen EU-Wettbewerbsrecht selbst verstoßen oder hätten Informationen über die Verstöße von anderen Unternehmen, erklärte die Kommission am Dienstag in Brüssel.

Märkte seien aufgeteilt, Konkurrenten am Markteintritt gehindert und Preise abgesprochen worden. Wie üblich nannte die Kommission die Namen der betroffenen Unternehmen selber nicht.

Aus Deutschland räumten der Energiekonzern E.ON und eine tschechische Tochter von RWE ein, von der Untersuchung betroffen zu sein. Gegenüber der APA wurde am Abend aus dem österreichischen Öl- und Gaskonzern bestätigt, dass auch in dieser Gruppe Hausdurchsuchungen stattfanden.

Einer Aussendung der OMV zufolge finden in mehreren europäischen Ländern Nachprüfungen der EU-Kommission statt. "Auch bei österreichischen Unternehmen im Gasbereich. Wir kooperieren selbstverständlich mit den Behörden und unterstützen diese bei ihren Nachprüfungen", hieß es im OMV-Statement. Inhaltlich wollte man sich vorläufig nicht weiter dazu äußern.

Die EU-Kommission verdächtigt mehrere Erdgas-Unternehmen in Europa des wettbewerbswidrigen Verhaltens. Fahnder haben Geschäftsräume von Versorgern in mehreren zentral- und osteuropäischen Ländern unangemeldet durchsucht, teilte die EU-Kommission am Dienstagabend in Brüssel mit. Es handle sich um Unternehmen, die in der Versorgung, der Lieferung und Lagerung von Erdgas aktiv seien - im Fokus stünden die Versorgungsmengen.