Erstellt am 18. Oktober 2012, 04:37

EU-Regierungschefs beraten Umbau der Eurozone. Die EU-Staats- und Regierungschefs kommen am Donnerstag in Brüssel zusammen, um Weichen für den Umbau der Eurozone zu stellen. Dabei geht es unter anderem um das umstrittene Vorhaben einer gemeinsamen Bankenaufsicht.

Am Mittwoch gab die EU bekannt, dass die Präsidenten von Europäischem Rat, EU-Kommission und EU-Parlament den Friedensnobelpreis für die Union gemeinsam entgegennehmen werden.

EU-Parlamentspräsident Schulz sprach sich für einen zweijährigen Aufschub zur finanziellen Sanierung der griechischen Staatsfinanzen aus. "In einer Zeit, in der ich heute nicht weiß, was nächste Woche passiert, wäre es unsinnig zu sagen, wegen zwei Jahren lassen wir jetzt alles platzen", sagte Schulz der Tageszeitung "Die Welt" (Donnerstagsausgabe). In der Größenordnung, in der zusätzlicher Finanzbedarf Athens absehbar sei, halte er dies für "beherrschbar", fügte Schulz hinzu.

Der EU-Parlamentspräsident erwartet vom EU-Gipfel ein positives Signal an Griechenland. "Ich glaube, dass es ein Akt der Vernunft ist, bei diesem Gipfel zu sagen, dass Griechenland in der Euro-Zone bleibt", sagte Schulz.

Griechenland hofft auf eine baldige Auszahlung der nächsten Hilfstranche von mehr als 30 Milliarden Euro. Die Regierung in Athen wirbt seit Wochen darum, für die Sanierung der Staatsfinanzen zwei Jahre mehr als bisher vereinbart eingeräumt zu bekommen.

Mit Blick auf die Verleihung des friedensnobelpreises an die EU am 10. Dezember in der norwegischen Hauptstadt Oslo sagte Schulz: "Wir fahren zusammen hin und wir nehmen den Preis zusammen entgegen." Ratspräsident Van Rompuy, Kommissionspräsident Barroso und Schulz hatten sich am Dienstagabend in Brüssel getroffen, um über die Frage zu beraten. Ungeklärt blieb weiter, wer für die Europäische Union die Rede bei der Übergabe der Auszeichnung halten wird.