Erstellt am 15. Februar 2012, 15:57

EU und USA erkennen Bioprodukte gegenseitig an. Biolebensmittel aus der Europäischen Union und den USA dürfen künftig auf beiden Seiten des Atlantiks als Ökoerzeugnisse verkauft werden.

 |  NOEN, Marco Menne

Die EU und die USA unterzeichneten am Mittwoch eine entsprechende Übereinkunft, wie EU-Kommission und US-Landwirtschaftsministerium bekanntgaben. Die Biobranche reagierte verhalten, da das Handelsvolumen nur sehr klein sein dürfte.

Mit der Übereinkunft erkennen beide Seiten ihre Biostandards erstmals gegenseitig an. Produkte, die in der EU ein Ökosiegel tragen, können künftig nun auch ohne größeren Aufwand den "Organic"-Schriftzug des US-Landwirtschaftsministeriums erhalten. Die Vereinbarung gilt ab dem 1. Juni.

EU-Landwirtschaftskommissar Ciolos und die stellvertretende US-Landwirtschaftsministerin Merrigan erklärten, zwischen den Biostandards der EU und der USA bestünden zwar "kleine Unterschiede". Dennoch seien die Verhandlungsparteien zur Auffassung gekommen, dass die Anforderungen an Bio-Lebensmittel im europäischen Wirtschaftsraum wie den Vereinigten Staaten "gleichwertig" seien. Es handle sich um eine "historische neue Partnerschaft".

Künftig können demnach alle Erzeugnisse, welche die Bedingungen der Übereinkunft erfüllten, sowohl in der EU als auch den USA gehandelt werden. Beispiele sind Biofleisch, Biogetreide oder Wein.

Ausgenommen sind lediglich Lebensmittel, die unter Verwendung von Antibiotika hergestellt wurden. Die US-Bestimmungen sehen vor, dass Ökoprodukte vollkommen ohne Verwendung von Antibiotika hergestellt sein müssten. Nur zu Bakterienbekämpfung bei Bioäpfeln und -birnen sei deren Einsatz erlaubt. In der EU hingegen dürfen Antibiotika auch zur Behandlung erkrankter Tiere genutzt werden.