Erstellt am 10. März 2013, 15:51

EU will Exzesse bei Managergehältern eindämmen. Die EU-Kommission will Exzesse bei Gehältern für Topmanager mithilfe der Konzerneigner eindämmen.

EU-Binnenmarktkommissar Barnier will Vorschläge zur Begrenzung der Managergehälter bis zum Jahresende vorlegen. Mit einer gerechten Einkommensverteilung hätten die Vergütungen mancher Spitzenmanager nichts zu tun, kritisierte er. Aktionäre sollen in Zukunft über die Höhe der Gehälter entscheiden.

Barnier kündigte in der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung" an: "Bei allen an der Börse notierten Unternehmen in der Europäischen Union müssen die Aktionäre dann über die Höhe der Gehälter entscheiden, inklusive goldener Handschläge."

Die Debatte über Managergehälter hatte durch ein erfolgreiches Referendum im Nicht-EU-Mitglied Schweiz Auftrieb erhalten. Darin votierten mehr als zwei Drittel der Bürger dafür, den Aktionären und Gesellschaftern eine größere Mitbestimmung bei Vorstandsbezügen zu geben, über die bisher die Aufsichtsräte entscheiden.

Für Diskussionen sorgten zuletzt auch Einzelfälle. So erhält Volkswagen-Chef Martin Winterkorn für das vergangene Jahr 14,5 Millionen Euro, wobei er sogar auf weitere Millionen verzichtete, die ihm eigentlich zustanden. In der Schweiz wurde hitzig über Pläne gestritten, dem zurückgetretenen Chef des Pharmakonzerns Novartis, Daniel Vasella, eine Abfindung von umgerechnet fast 60 Millionen Euro zu geben.

Nach Barniers Worten will die EU einen ähnlichen Weg wie die Schweiz gehen, nämlich die Entscheidung über Managervergütungen von den Aufsichts- und Verwaltungsräten hin zu den Eigentümern zu verlagern. Zudem will der Kommissar mehr Transparenz schaffen.

Im Streit über die Begrenzung von Bankerboni, für die sich die EU-Länder mit Ausnahme von Großbritannien ausgesprochen haben, hofft EU-Kommissar Barnier indes immer noch, die britischen Bedenken ausräumen zu können. "Wir werden sehen, ob im Sinne der Briten noch das eine oder andere nachzubessern ist." An der Grundlinie werde man aber festhalten.