Erstellt am 21. April 2011, 11:52

Euro erstmals seit 15 Monaten über 1,46 Dollar. Als wenn es keine Schuldenkrise gäbe: Der Euro ist erstmals seit Dezember 2009 über die Marke von 1,46 Dollar gestiegen. Donnerstagfrüh kostete die Gemeinschaftswährung 1,4617 Dollar und damit gut einen Cent mehr als am Mittwochabend. Für Experten ist der Euro-Höhenflug allerdings kein klares Zeichen von eigener Stärke.

Als wenn es keine Schuldenkrise gäbe: Der Euro ist erstmals seit Dezember 2009 über die Marke von 1,46 Dollar gestiegen. Donnerstagfrüh kostete die Gemeinschaftswährung 1,4617 Dollar und damit gut einen Cent mehr als am Mittwochabend. Für Experten ist der Euro-Höhenflug allerdings kein klares Zeichen von eigener Stärke.

Allein in der laufenden Woche hat der Euro um mehr als zwei Cent zugelegt - trotz der wieder aufgeflammten Schuldenkrise vor allem in Griechenland und Portugal. Und trotz eines zwischenzeitlichen Einbruchs am Montag als Reaktion auf den Wahlsieg von Euro-Gegnern in Finnland.

Experten erklären den Höhenflug vorrangig mit einer Schwäche des Dollar, der zu vielen wichtigen Währungen immer mehr an Wert verliert. Ein Dollar war zuletzt nur 0,6841 Euro wert. Hintergrund ist die amerikanische Geld- und Fiskalpolitik: So fährt die US-Notenbank im Gegensatz zu vielen anderen Zentralbanken immer noch einen extrem expansiven Kurs mit niedrigsten Zinsen.

Zudem gerät die Finanzpolitik der USA immer mehr in die Schusslinie, da sich Republikaner und Demokraten bisher nicht auf eine gemeinsame Strategie zur Sanierung der Haushalte einigen können. Als Reaktion hatte die Ratingagentur Standard & Poor's in dieser Woche erstmals den Ausblick für die amerikanische Kreditwürdigkeit auf "negativ" gesenkt. Dies war allgemein als Warnschuss für die US-Finanzpolitik aufgenommen worden.

Experten bleiben trotz des Euro-Höhenflugs skeptisch: Euro und Dollar seien "zwei Patienten, weil die Vereinigten Staaten und der Euro-Raum krank sind", sagte Währungsstratege James Kwok von der Vermögensverwaltung Amundi der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung". Von Zeit zu Zeit gehe es einem der beiden Patienten etwas besser, "und dann wertet sich dessen Währung auf".