Erstellt am 14. Mai 2012, 11:56

Euro-Finanzminister beraten über Griechenland. Die Eurogruppe der Finanzminister dürfte am Montagnachmittag zwar eine Erklärung zur schwierigen Lage in Griechenland abgeben, aber keine Beschlüsse treffen.

Die Eurogruppe der Finanzminister dürfte am Montagnachmittag zwar eine Erklärung zur schwierigen Lage in Griechenland abgeben, aber keine Beschlüsse treffen. Dafür sei es zu früh. Es werde sicher keine Aufkündigung Athens in der Eurozone beschlossen, hieß es vor der Sitzung in EU-Ratskreisen in Brüssel.

Die Eurogruppe werde eher Zurückhaltung üben, solange nach den Wahlen vor acht Tagen und den bisher gescheiterten Regierungsbildungen in Athen Unklarheit bestehe. Trotz der bedenklichen Situation wurde darauf verwiesen, dass die Lage so aussichtslos nicht sei.

Zuletzt hatten Eurogruppen-Chef Juncker und auch der als sein Nachfolger gehandelte deutsche Finanzminister Schäuble eine Art Fristerstreckung für die Sanierungsbemühungen Griechenlands in den Raum gestellt. Schäuble hatte weitere europäische Hilfen für Athen nicht ausgeschlossen.

Ein Ausscheiden Griechenlands aus der Währungsunion verliert hingegen für immer mehr Euro-Notenbanker den Schrecken. "Eine Scheidung funktioniert nie reibungslos. Aber ich denke, eine Scheidung auf freundschaftlicher Basis, sollte sie jemals nötig werden, wäre möglich - wenngleich ich sie weiterhin bedauern würde", sagte der belgische Zentralbankchef Luc Coene in einem Interview mit der "Financial Times".

Sein irischer Kollege Patrick Honohan wurde sogar noch deutlicher: "Technisch gesehen kann ein Ausstieg Griechenlands abgewickelt werden. Er wäre nicht notwendigerweise tödlich, aber natürlich auch nicht besonders attraktiv", sagte er am Wochenende auf einer Konferenz in der estnischen Hauptstadt Tallinn. "So etwas ist nicht vorgesehen in den Verträgen, in den Gesetzen, aber es können eben Dinge passieren, die nicht in den Verträgen stehen."