Erstellt am 20. Januar 2012, 11:17

Euro-Raum zwischen Hoffen und Bangen. In der Euro-Schuldenkrise droht neuer Ärger. Zwar bestanden Frankreich und Spanien am Donnerstag die Vertrauensfrage an den Anleihemärkten, und auch die EZB sieht erste Anzeichen für eine Stabilisierung der Konjunktur.

 Doch Hedgefonds drohen laut Medien mit einer Klage vor dem europäischen Gerichtshof für Menschenrechte, sollten sie zu einem Schuldenschnitt in Griechenland gezwungen werden.

Griechenland ist auf einen Schuldenschnitt dringend angewiesen, um eine Pleite abzuwenden. Den Schuldenerlass in Höhe von 50 Prozent sollen private Gläubiger wie Banken, Versicherungen und eben Hedge-Fonds freiwillig schultern. In Athen verdichteten sich die Anzeichen für eine Einigung. Unklar blieb aber auch am Donnerstagabend, wie lange sich die Verhandlungen hinziehen.

Ministerpräsident Papademos sprach am Abend in einer Erklärung im Fernsehen nach einem Treffen mit den Chefs der Parteien, die seine Regierung stützen, von "substanziellen" Beratungen. Die Parteichefs hätten ihre Unterstützung für seinen Kurs bekräftigt. Aussagen zum Stand der Verhandlungen über den Schuldenschnitt machte er nicht.

Der Verzicht der Gläubiger ist entscheidend für das zweite, 130 Mrd. Euro schwere Hilfsprogramm. Doch vor allem Hedgefonds sollen sich weigern mitzumachen. Ausgangspunkt für eine Klage der Fonds in Straßburg könnte laut "New York Times" eine Verletzung des Eigentumsrechts sein, das in Europa als Menschenrecht gilt. Hintergrund des Plans der als aggressiv geltenden Investoren ist die Drohung der Regierung, möglicherweise private Gläubiger gesetzlich zu einem Forderungsverzicht zu zwingen.

Schlechte Nachrichten gibt es auch aus den USA: Der Internationale Währungsfonds (IWF) muss bei der geplanten Erhöhung seiner finanziellen Schlagkraft gegen die Euro-Krise offensichtlich auf die Hilfe der USA verzichten. Die Regierung in Washington bekräftigte, dem IWF kein weiteres Geld zur Verfügung stellen zu wollen.