Erstellt am 30. Dezember 2011, 18:38

Euro schließt turbulentes Jahr mit Verlusten ab. Der Euro hat am letzten Handelstag 2011 zwar etwas fester tendiert, über das Gesamtjahr 2011 hinweg aber leichte Verluste hinnehmen müssen.

Am späten Freitagnachmittag kostete die Gemeinschaftswährung 1,2970 US-Dollar und damit rund einen halben Cent mehr als in der Früh. Die EZB hatte den Referenzkurs gegen Mittag auf 1,2939 Dollar festgesetzt. Der Dollar kostete damit 0,7728 Euro.

2011 war für den Euro das turbulenteste Jahr seit seiner Einführung als Buchgeld 1999. Das mit Abstand größte Thema am Devisenmarkt war die europäische Schuldenkrise. War die Diskussion lange Zeit auf kleine Euro-Länder wie Griechenland, Irland und Portugal begrenzt, wurden im Sommer auch die Schwergewichte Italien und Spanien vom Abwärtssog erfasst. Im Herbst sprang die Krise dann sogar auf bis dato solide Länder wie Frankreich, Österreich und die Niederlande über - für die Währungsunion die wohl härteste Belastungsprobe ihrer jungen Geschichte. Zumindest in diesen "Kernländern" hat sich die Lage zuletzt aber wieder etwas beruhigt.

Entsprechend stark waren die Kursschwankungen beim Euro 2011: Ausgehend von rund 1,33 Dollar zum Jahresauftakt legte der Euro bis Mai trotz Griechenland-Krise auf fast 1,50 Dollar zu. Wenig später setzte aber die Talfahrt ein, und die europäische Währung gab ihre bisherigen Gewinne bis zum Jahresende wieder ab. In den letzten Handelstagen sorgten dann nicht zuletzt dünne Handelsumsätze an den Märkten für eine negative Jahresbilanz.

Dass die zwischenzeitlichen Gewinne des Euro zum Dollar weniger seiner Stärke, sondern vielmehr einer Dollar-Schwäche geschuldet waren, zeigt ein Vergleich mit anderen Währungen, etwa dem japanischen Yen. Hier fällt die Euro-Jahresbilanz noch ungünstiger als zum Dollar aus. Zurzeit notiert der Euro zum Yen auf dem tiefsten Stand seit zehn Jahren. Am Freitag sank er erstmals seit Juni 2001 unter die Marke von 100 Yen.