Erstellt am 03. Oktober 2011, 10:48

Euro-Zonen-Wirtschaft steuert auf Rezession zu. Die Euro-Länder steuern ungebremst auf eine Rezession zu. Die Industrie im Währungsraum schrumpfte im September so stark wie seit August 2009 nicht mehr, ergab eine Markit-Umfrage unter rund 3.000 Unternehmen.

Die Betriebe erlitten beim Neugeschäft und bei den Auslandsaufträgen die größten Einbußen seit mehr als zwei Jahren.

"Angesichts schwacher Binnen- und rückläufiger Exportnachfrage steckt die Eurozone-Industrie in der tiefsten Krise seit zwei Jahren", sagte Markit-Chefvolkswirt Chris Williamson. Der Markit-Einkaufsmanagerindex fiel zum August um 0,5 auf 48,5 Punkte und liegt damit weiter unter der Wachstumsschwelle von 50 Zählern. Nur in Deutschland hielt sich das Barometer über dieser Marke - wenn auch mit 50,3 Punkten nur knapp. In Frankreich ging es weiter bergab, in Italien verlangsamte sich die Talfahrt nur wenig. Schlusslicht bleibt Griechenland.

Während das Neugeschäft aus dem In- und Ausland schwächelte, schrumpften auch die Auftragspolster so stark wie seit Juli 2009 nicht mehr. Etwas Entlastung spürten die Betriebe an der Preisfront. "Im Zuge der Abkühlung der Industriekonjunktur hat auch der Preisdruck - nach den hohen Steigerungsraten bei Einkaufs- und Verkaufspreisen zum Jahresbeginn - auf breiter Front nachgelassen", sagte Williamson. "Vor dem Hintergrund der schwachen Nachfrage räumen mittlerweile immer mehr Firmen und deren Lieferanten Preisnachlässe ein."

Der Beschäftigungsaufbau im Euro-Raum verlor erneut an Tempo und fiel insgesamt so schwach aus wie zuletzt vor 15 Monaten.