Erstellt am 29. August 2012, 13:35

Eurofinanz-Prozess fortgesetzt. Nach der Sommerpause im Eurofinanz-Anlagebetrugsprozess erschienen am Mittwoch nur 13 der 15 Angeklagten im Landesgericht Wiener Neustadt.

Der Hauptangeklagte, der 72-jährige Dkfm. Horst T., liegt nach einer Operation wegen eines Gehirntumors bis Ende September im Spital. "Es geht ihm schlecht. Er bekommt eine Strahlen- und Chemotherapie", sagte Verteidiger Wolfgang Blaschitz.

Auch der Sechstangeklagte hat sich wegen Krankheit entschuldigt. Das behindert aber nicht den Prozessverlauf. Beide Angeklagten sind damit einverstanden, dass das Verfahren in ihrer Abwesenheit fortgesetzt wird.

900 Anleger sollen auf die angeblich gewinnbringenden Projekte des von Horst T. aufgezogenen Eurofinanz Firmengeflechts hereingefallen sein. 37 Mio. Euro haben sie laut Anklage in die Entwicklung von innovativen IT-Programmen investiert - und alles verloren. Die Anklage spricht von "reinen Luftgeschäften". Zu Prozessbeginn im April bekannten sich alle Angeklagten "nicht schuldig".

Am Mittwoch stellte die vorsitzende Richterin Christina Kuzmany ergänzende Fragen an einige Angeklagten. Ein mittlerweile vom Gericht beauftragter IT-Sachverständiger will in acht bis zehn Wochen mit seiner Expertise fertig sein. Er verrechnet dafür einmal 24.000 Euro. Der weitere Prozessplan: Kommenden Mittwoch stehen ein Finanzamtsbeamter und ein Großbetriebsprüfer im Zeugenstand. "Das wird ganz interessant", so die Richterin. Anfang November sind die um ihr Geld gekommenen Anleger am Wort. Im Dezember sind acht Verhandlungstage ausgeschrieben. Nach zehn Prozessterminen im Jänner 2013 sollte das Beweisverfahren abgeschlossen sein und ein Urteil ergehen.