Erstellt am 16. März 2012, 11:33

Euroländer bei Krisenlösung auf gutem Weg. Nach Verabschiedung des neuen Hilfspakets für Griechenland sieht Krisenfonds-Chef Klaus Regling die Euroländer auf dem richtigen Weg.

"Die Strategie der Eurozone zur Krisenlösung funktioniert", sagte Regling in Brüssel Vertretern europäischer Nachrichtenagenturen.

Die Finanzmärkte hätten die Fortschritte der einzelnen Länder und der Eurozone insgesamt erkannt. Zinsen für Staatsanleihen und Anleihen des vom ihm geführten Krisenfonds für finanzschwache Eurostaaten (EFSF) seien seit November deutlich gefallen.

Die Eurostaaten hatten sich am Mittwoch nach monatelangem Tauziehen endgültig auf das zweite Griechenland-Paket von 130 Mrd. Euro verständigt. Der Internationale Währungsfonds (IWF) bestätigte am Donnerstag, dass er 28 Mrd. Euro dazu beitragen wird.

Regling sagte, Griechenland sei ein "Einzelfall", da Privatgläubiger wie Banken und Versicherungen bei dem Schuldenschnitt eingebunden wurden. Der Schnitt und das neue Paket machten die griechischen Staatsschulden "tragfähig". Er fügte hinzu: "Griechenland muss jedoch alle vereinbarten Maßnahmen rigoros in die Tat umsetzen." Der deutsche Finanzfachmann war früher Generaldirektor für Währung und Finanzen in der EU-Kommission gewesen.

Portugal und Irland, die Hilfskredite von EFSF bekommen, sind laut Regling in der Spur. Irland sei sogar eine "Erfolgsgeschichte", die Zinsen für zehnjährige irische Anleihen hätten sich mehr als halbiert.

Der 2010 eingerichtete Krisenfonds sei für Griechenland, Irland und Portugal mit insgesamt 192 Mrd. Euro dabei. Der Rettungsschirm habe damit noch 248 Mrd. Euro ungenutzte Mittel. Die Ausleihungen an die drei finanzschwachen Länder würden entweder über den zeitlich befristeten EFSF oder den ständigen Krisenfonds ESM abgewickelt, der vom 1. Juli an kommen und einen Umfang von 500 Mrd. Euro haben wird.