Erstellt am 18. Juli 2011, 09:28

Europäische Bankenaufsicht verteidigt Stresstest. Die europäische Bankenaufsicht EBA hat Schwierigkeiten bei den Stresstests eingeräumt. Es stimme zum Teil, dass die Stresstests chaotisch abgelaufen seien, sagte Behördenchef Andrea Enria der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung".

Gleichzeitig verteidigte er den Test: "Die Stresstests haben Wirkung gezeigt und dazu geführt, dass die Banken ihr Kapital gestärkt haben und weiter stärken werden."

Enria entschuldigte sich für die Schwierigkeiten bei der Durchführung. Künftig müsse es zwischen der EBA, den nationalen Aufsichtsbehörden und den Instituten eine bessere Zusammenarbeit geben, erklätre er.

Aber auf der anderen Seite hätten die Institute wegen der neuerlichen Überprüfung in den ersten vier Monaten dieses Jahres zusammen 50 Mrd. Euro frisches Geld aufgenommen und stünden damit nun besser da, sagte Enria dem Blatt. Zudem gebe es nun mehr Transparenz. Die veröffentlichten Daten würden helfen, den Vorwurf zu entkräften, die europäischen Banken hätten mit ihren Anleihe- oder Risikopositionen etwas zu verbergen. "Klarheit ist das beste Mittel, den Markt zu beruhigen", sagte der Italiener.

Acht Institute rasselten bei dem Test durch: Die Österreichische Volksbanken AG (ÖVAG), fünf Institute aus Spanien und zwei aus Griechenland. 16 weitere Banken erfüllten die Anforderungen bei dem Härtetest nur knapp. Der Stresstest sollte prüfen, wie gut eine Bank eine Krise aushalten kann.

Dass ein Zahlungsausfall Griechenlands nicht simuliert wurde, führte Enria auf den Beschluss der Europäischen Union zurück, dass es keine Pleite des Landes geben werde. "Allerdings haben wir hohe Ausfallrisiken für Staatsanleihen in dem Stress-Szenario berücksichtigt, einen drastischen Ertragseinbruch und hohe Verluste für die Banken", sagte er. Es sei ein harter Test gewesen.