Erstellt am 12. Juli 2011, 16:25

Eurozone erwägt auch Zahlungsausfall Griechenlands. Die Krise der Eurozone wird den EU-Ländern einen heißen Sommer bescheren. Nach der Sitzung der EU-Finanzminister am Dienstag sind Unklarheiten über die Griechenland-Hilfe eher gestiegen als eingedämmt worden. Vorrangig sei, einen Zahlungsausfall Griechenlands "tunlichst" zu vermeiden, sagte Finanzministerin Fekter. Dazu dürfte es nun doch kurzfristig zumindest eine weitere Sondersitzung geben.

Die Krise der Eurozone wird den EU-Ländern einen heißen Sommer bescheren. Nach der Sitzung der EU-Finanzminister am Dienstag sind Unklarheiten über die Griechenland-Hilfe eher gestiegen als eingedämmt worden. Vorrangig sei, einen Zahlungsausfall Griechenlands "tunlichst" zu vermeiden, sagte Finanzministerin Fekter. Dazu dürfte es nun doch kurzfristig zumindest eine weitere Sondersitzung geben.

Finanzministerin Fekter erklärte, sie mache sich über das Risiko keine Illusionen, es stehe nach wie vor im Raum. Fekter bestätigte, dass über eine neuerliche Sitzung der EU-Finanzminister im Juli gesprochen worden sei, und EU-Ratspräsident Van Rompuy schloss bereits für kommenden Freitag ein Sondertreffen der Staats- und Regierungschefs nicht aus. Ebenfalls im Raum stehe für Anfang kommender Woche eine weitere Sitzung der Euro-Finanzminister.

Unterdessen scheinen einige Tabus bei der Bekämpfung der Eurokrise zu fallen. So ist laut Fekter auch das sogenannte "Brady-Modell" einer Umschuldung a la Argentinien. In den 80er Jahren hatte der damalige amerikanische Finanzminister Nicholas Brady Modelle für pleitebedrohte Staaten Lateinamerikas entworfen. Umgelegt auf Griechenland würden Banken und andere private Gläubiger die mittlerweile mit Schrottstatus versehenen griechischen Staatsanleihen (zum derzeit darniederliegenden) Marktpreis gegen Anleihen eintauschen, die von den Euroländern mit Garantien versehen werden.

Fekter sagte, man müsse die einzelnen Möglichkeiten auf ihre "Praktikabilität untersuchen". Darauf angesprochen, ob eine Privatbeteiligung auch möglicherweise wieder fallen gelassen werden könnte, zeigte sich die Ministerin skeptisch. "Was von den Ideen umsetzbar ist, soll in einer eigenen Sitzung intensiv diskutiert werden." Im Gegensatz zu Deutschlands Finanzminister Schäuble zeigt sich Fekter nur einer Einführung von Euro-Bonds strikt abgeneigt.