Erstellt am 14. August 2012, 11:30

Eurozone steuert auf Rezession zu. Die Eurozone steuert auf eine Rezession zu. Das Bruttoinlandsprodukt in der Währungsunion ging ebenso wie in der gesamten EU von April bis Juni im Vergleich zum Vorquartal um 0,2 Prozent zurück, wie das Statistikamt Eurostat am Dienstag in einer ersten Schätzung mitteilte. In Österreich schwächte sich das Wirtschaftswachstum auf 0,2 Prozent ab.

Im ersten Quartal hatte das BIP-Wachstum in der Eurozone noch bei 0,0 Prozent stagniert, Ende 2011 war es um 0,3 Prozent zurückgegangen. Bei zwei Minus-Quartalen in Folge sprechen Ökonomen von einer Rezession. Die EU-Kommission geht davon aus, dass die Wirtschaft der Eurozone in diesem Jahr um 0,3 Prozent schrumpft. Für 2013 traut sie ihr wieder ein Wachstum von 1,0 Prozent zu.

Die Entwicklung in Österreich kann laut Wirtschaftsforschungsinstitut (Wifo) angesichts der Rezession im Euro-Raum trotz relativ deutlicher Konjunkturabkühlung als relativ gut bezeichnet werden. Der reale BIP-Anstieg bremste sich hierzulande laut Wifo-Schätzung gegenüber dem Vorquartal von 0,5 auf 0,2 Prozent ab und schmolz im Jahresabstand von 2,0 auf ebenfalls 0,2 Prozent zusammen.

Wifo-Konjunkturexperte Marcus Scheiblecker geht davon aus, dass - wie vermutlich die deutsche - auch die österreichische Wirtschaft im dritten Quartal schrumpfen wird. Danach könnte es noch ein weiteres Mal ein kleines Minus oder ein Nullwachstum geben. Das wäre dann "durchaus eine rezessive Phase", so Scheiblecker am Dienstag im Gespräch mit der APA.

Die mäßige Konjunkturdynamik hat sich im Frühjahr (April bis Juni) laut Wifo in nahezu allen Nachfragekategorien gezeigt. Sowohl der gesamtwirtschaftliche Export als auch der Import wuchsen gegenüber dem vorhergehenden Vierteljahr mit real 0,5 bzw. 0,6 Prozent zwar stärker als im ersten Quartal (+0,4 bzw. -0,1 Prozent), da aber beide Komponenten gleichmäßig zunahmen, "lieferte der Außenbeitrag nahezu keinen Wachstumsimpuls für die heimische Wirtschaft", heißt es.

Die Konsumnachfrage der privaten Haushalte stagnierte im zweiten Quartal, nachdem sie im ersten Quartal um 0,2 Prozent gewachsen war. Der öffentliche Konsum stieg mit 0,5 Prozent etwas schwächer als in der Periode zuvor (1. Quartal: 0,6 Prozent).