Erstellt am 14. Juni 2012, 13:19

Ex-BAWAG-Vorstand Zwettler sagte erneut aus. Am elften Verhandlungstag im zweiten BAWAG-Prozess wurde die Befragung des Ex-BAWAG-Vorstandes Zwettler fortgesetzt. Zwettler wird nur mehr als Zeuge befragt, er muss sich in der Neuauflage des Prozesses als einziger der ursprünglich neun Angeklagten nicht mehr verantworten.

 Zwettler war im ersten Prozess zu fünf Jahren verurteilt worden, wurde aber wegen Krankheit für haftunfähig erklärt. Auch bei der Fortsetzung seiner gestrigen Befragung durch Richter Christian Böhm konnte er sich nicht mehr genau an alle der in den Jahren 1998 und 1999 vorgefallenen Ereignisse erinnern.

Böhm befragte Zwettler zunächst über sein Gespräch am 3. November 1998 mit dem angeklagten Spekulanten Flöttl. Dabei sei es primär darum gegangen, ob die von Flöttl als Sicherheit zur Verfügung gestellten Bilder auch zu dem von Ex-BAWAG-Generaldirektor Elsner genannten Wert - 800 bis 1 Mrd. Dollar - veräußert werden könnten. Flöttl habe gemeint, er könne dies einerseits nicht garantieren, habe dies andererseits aber auch nicht ausgeschlossen, so Zwettler, weshalb er zum Schluss gekommen sei, dass die genannten Werte "nur im Glücksfall" zu erzielen wären.

Zwettler war im Jänner 1999 auch dabei, als eine Gruppe von Personen nach Zürich flog, um die von Flöttl als Sicherheit angebotenen Kunstwerke zu begutachten. Grund dafür sei gewesen, dass sich der Wirtschaftsprüfer - der Angeklagte Robert Reiter - davon überzeugen wollte, dass welche vorhanden waren, so Zwettler. Es habe keine Diskussion über die Werte gegeben.

Im zweiten Teil der Befragung wurde Zwettler zum Themenkomplex "Unibonds" befragt. Aufgrund seiner angeschlagenen Gesundheit wurde die Befragung nach zwei Stunden unterbrochen und Zwettler für den 22. Juni erneut vorgeladen. Unterdessen wackelt der für 6. August geplante Einvernahmetermin für Elsner, dessen Befragung bereits mehrmals aus gesundheitlichen Gründen verschoben werden musste. Der Prozess wird am 21. Juni fortgesetzt.