Erstellt am 04. Januar 2012, 12:09

Ex-Immofinanz-Chef beeinspruchte Anklage. In der Causa Immofinanz hat Ex-Chef Karl Petrikovics wie angekündigt Einspruch gegen die erste Teilanklage der Staatsanwaltschaft Wien erhoben.

Seine Anwälte Wolfgang Brandstetter und Otto Dietrich begründeten dies am Mittwoch mit "zahlreichen Fehlern in der Anklage selbst, vor allem aber mit schweren Unzulänglichkeiten im Vorverfahren".

Sie werfen der Anklagebehörde einseitige und unvollständige Ermittlungen vor. Die ebenfalls Beschuldigten Helmut Schwager (Ex-Aufsichtsrat) und Christian Thornton (Ex-Vorstand) wollen laut "Wiener Zeitung" die Anklage nicht beeinspruchen. Petrikovics und vier weitere Beschuldigte - für alle Genannten gilt die Unschuldsvermutung - sind im Zusammenhang mit Aktienoptionsgeschäften u. a. wegen Untreue angeklagt; sie sollen einen Schaden von rund 32 Mio. Euro angerichtet haben.

Die Frist für Einsprüche gegen die Teilanklage ist heute um 0 Uhr abgelaufen. Da das Poststempeldatum vom 3. Jänner gilt, ist es theoretisch möglich, dass in Kürze noch weitere Einwände beim Landesgericht Wien einlangen. Bis dato liegt aber nur Petrikovics' Antrag auf Zurückweisung der Anklageschrift vor, wie Gerichtssprecher Christian Gneist der APA am Mittwoch bestätigte. Der Akt wandert nun zum Oberlandesgericht (OLG) Wien. Wie lange die Entscheidung über die Anklage bzw. den Einspruch dauert, ist unklar.

Neben Petrikovics, Thornton und Schwager sind noch Ex-Vorstand Norbert Gertner und der ehemalige Steuerberater Ernst Hable angeklagt. Alle fünf haben die Vorwürfe bisher bestritten.