Erstellt am 14. Oktober 2011, 17:07

Ex-Vorstände gegen BEWAG - Auch Lukits-Verfahren unterbrochen. Im Rechtsstreit der BEWAG gegen die nachträglich entlassenen Vorstände Hans Lukits und Josef Münzenrieder ist am Freitag auch das Verfahren von Ex-Vorstandssprecher Lukits nach kurzer Verhandlung unterbrochen worden.

Auch Vorstandssprecher Hans Lukits sollte noch bis 2012 im Amt bleiben.DORIS SEEBACHER  |  NOEN
Wie bei seinem Kollegen Münzenrieder will das Gericht den Ausgang des strafrechtlichen Verfahrens - die Staatsanwaltschaft hat gegen beide früheren Vorstände Erhebungen wegen Untreue eingeleitet - abwarten.

Ein Vergleich sei auch bei ihm vorerst nicht zustande gekommen, so Lukits nach dem Prozess. Dies sei zur Zeit nicht möglich: "Wenn das andere Thema (die Erhebungen nach dem Strafrecht, Anm.) erledigt ist, kann man reden." Er hätte kein Problem damit gehabt, jenen Teil zu verhandeln, der nicht mit dem strafrechtlichen Bereich zusammenhänge. Er sei überzeugt, "dass ich darlegen kann, dass die Dinge, die mir vorgeworfen werden, so nicht stattgefunden haben."

Die BEWAG argumentiert, Lukits und Münzenrieder hätten "grobe Pflichtverletzungen" begangen. Im Verfahren geht es auch darum, ob daraus Entlassungsgründe vorliegen. Lukits wird auch eine Nebentätigkeit während seiner Vorstandszeit vorgeworfen, mit der er gegen das Konkurrenzverbot verstoßen habe. Die Konsulententätigkeit sei durch einen Vertrag belegt, wurde seitens der BEWAG argumentiert.

"Der Konsulentenvertrag schaut optisch blöd aus", räumte der Ex-BEWAG-Chef ein. Hätte er damals alle Unterlagen wie vereinbart geliefert bekommen, "wäre es nie zu diesem Abschluss gekommen." Den Vertrag gebe es formal, "aber ich habe ihn nicht ausgeübt und deshalb ist er nach meinem Verständnis auch dem Aufsichtsrat nicht vorzulegen gewesen."

Wie Münzenrieder zeigte sich auch Lukits überzeugt, dass die gegen ihn laufenden Erhebungen der Staatsanwaltschaft eingestellt werden. Es gehe bei beiden Ex-Vorständen um die gleichen Themen: "Wir haben keine Untreuehandlungen begangen, wie haben keine Pflichten verletzt. Wir werden das darstellen können", sagte Lukits.

Auch der frühere BEWAG-Vorstandssprecher hat finanzielle Forderungen gegenüber seinem früheren Arbeitgeber. Bei Ex-Vorstand Münzenrieder wurden diese mit etwa 349.000 Euro beziffert. Bei ihm sei es "mehr", da er einige Jahre länger im Vorstand gewesen sei, meinte Lukits. Außerdem seien sein Bezug und der Abfertigungsanspruch höher gewesen.