Erstellt am 20. August 2012, 09:46

Experte für Umdenken bei Forschungsförderung. In Österreich werden heuer für Forschung und Entwicklung (F&E) voraussichtlich 8,6 Mrd. Euro aufgewendet, bis 2020 sollen die F&E-Ausgaben von derzeit 2,8 auf 3,76 Prozent des BIP steigen.

Doch Geld ist nicht alles - um in einem hoch entwickelten Innovationssystem neue Wachstumsimpulse zu setzen, braucht es laut Innovationsforscher Andreas Schibany eine breitere Sicht auf Innovationsprozesse. Die Zeiten seien vorbei, in denen simple Ausgabenerhöhungen dazu führten, dass Unternehmen mehr Neuerungen auf dem Markt brachten. Daher müsse auch in der Forschungsförderung umgedacht werden, fordert der Experte. Mehr Augenmerk sollte auf Unternehmensgründungen aus dem akademischen Umfeld und die Vermittlung unternehmerischen Denkens in der Ausbildung gelegt werden.

Meist dominiert ein Aspekt Innovations-Diskussionen, wie sie diese Woche etwa wieder bei den Alpbacher Technologiegesprächen stattfinden: "Umso mehr ein Land für F&E ausgibt, umso erfolgreicher ist es, umso höher ist der Wohlstand und das Wachstum und umso erfolgreicher sind die Unternehmen", so Schibany.

Als weitere wichtige Faktoren erkenne man in der Innovationsforschung immer mehr "immaterielle Investitionen", wie etwa in die Qualifikation von Mitarbeitern, Investitionen in Marketing und Software oder die Verbesserung von Unternehmensprozessen.

Auszeichnungen wie der vom Wissenschaftsministerium heuer erstmals vergebene "Phönix-Preis" für universitäre Spin-offs hätten positive Wirkungen. In anderen Ländern verfolge man aber auch den Ansatz, die Lösung eines technologiebezogenen Problems als Preis auszuschreiben. "Wer das löst, bekommt halt dann 100.000 Euro oder eine Million", damit könnte man dann eine Unternehmensgründung angehen.