Erstellt am 17. April 2012, 09:57

Experten: Geld aus der Schweiz zurückholen. Heimische Experten empfehlen nach der Vereinbarung über die Besteuerung von Schwarzgeld zwischen Österreich und der Schweiz die Rückführung des Geldes nach Österreich.

Das wäre günstiger als das Vermögen in der Schweiz zu belassen. Von einer Veranlagung in weit entfernten Steueroasen raten sie ab.

"Nach allem, was wir bisher über das Abkommen mit der Schweiz wissen, ist eine Rückführung von Vermögen jedenfalls billiger, als es in der Schweiz zu belassen," schreibt Heinrich Weninger, Mitglied der Geschäftsführung und Leiter des StiftungsOffice bei der Kathrein Privatbank, am Dienstag in einer Aussendung. Bei einer Selbstanzeige sei nicht nur ein günstigerer Steuersatz zu erwarten, sondern auch die Spesen seien in der Regel deutlich billiger. Außerdem sei das Geld "mobiler" und leichter behebbar. Die von der Schweiz versprochene Anonymität sei "längst überholt", da bei der Verwendung der Mittel ohnehin die Herkunft offengelegt werden müsse. Von weit entfernten Steueroasen rät er angesichts des hohen Aufwandes bei der Verwaltung des Geldes ab.

In die gleiche Kerbe schlägt BDO-Geschäftsführer Karl Bruckner im "WirtschaftsBlatt": Eine "freiwillige Meldung" in Österreich, bzw. eine Selbstanzeige, wirken ebenso wie die anonyme Abgeltungssteuer in der Schweiz strafbefreiend. "Diese Variante ist aus der Erfahrung der Selbstanzeigen bei der sogenannten Liechtenstein-CD die günstigere Alternative", sagt Bruckner. Nachzahlungen hätten rund sieben bis zehn Prozent des vorhandenen Kapitalvermögens ausgemacht. In der Schweiz sollen hingegen 15 bis 38 Prozent Steuer fällig werden. Von einer Steuerflucht aus der Schweiz in andere Steueroasen bis Ende 2012 rät auch Bruckner ab.

Constantin Veyder-Malberg, Vorstand der Capital Bank, empfiehlt ebenfalls eine Selbstanzeige. Im Schnitt müssten nicht mehr als sechs bis acht Prozent des undeklarierten Vermögens abgeführt werden. Man verliere zwar die Anonymität, erhalte aber 90 Prozent des Vermögens. Nur wenn Erbschafts- oder Schenkungssteuer hinterzogen wurde oder "schwarze Fonds" vorhanden sind, werde es teuer. "Wir führen derzeit sehr viele Gespräche über Selbstanzeigen, wirklich umgesetzt wird circa eine pro Woche", sagte Veyder-Malberg im "Kurier".