Erstellt am 19. Mai 2011, 02:33

EZB-Chef Trichet als Strauss-Kahn-Nachfolger?. Der niederländische Notenbankgouverneur Nout Wellink hat EZB-Präsident Jean-Claude Trichet als Nachfolger für den in den USA inhaftierten IWF-Chef Dominique Strauss-Kahn ins Spiel gebracht.

Der niederländische Notenbankgouverneur Nout Wellink hat EZB-Präsident Jean-Claude Trichet als Nachfolger für den in den USA inhaftierten IWF-Chef Dominique Strauss-Kahn ins Spiel gebracht. Der Ende Oktober aus dem Amt scheidende Trichet wäre ein "fantastischer Kandidat", sollte Strauss-Kahn zurücktreten, sagte Wellink. Eine Debatte über die Neubesetzung des IWF-Chefpostens wurde ausgelöst.

Der Franzose könnte als Nachfolger von Strauss-Kahn zum Internationalen Währungsfonds gehen oder als Übergangschef für den Fall einer Rückkehr seines Landsmannes. Die Verhaftung von Strauss-Kahn, dem versuchte Vergewaltigung einer New Yorker Hotelangestellten vorgeworfen wird, löste eine Debatte über die Neubesetzung des IWF-Chefpostens aus, der traditionell mit einem Europäer besetzt wird. Schwellenländer wie China und Brasilien haben diese Regelung in den vergangenen Tagen infrage gestellt.

Brasiliens Finanzminister Guido Mantega bekräftigte die Haltung seiner Regierung nochmals. Der nächste IWF-Chef solle auf Grundlage seiner Eignung und nicht seiner Nationalität ausgewählt werden. Er müsse auch eine größere Zahl an Mitgliedsländern repräsentieren und Befürworter einer Reform des IWF sein. Chiles Notenbankchef Jose De Gregorio forderte Strauss-Kahn dagegen offen zum Amtsverzicht auf. "Ich denke, er sollte zurücktreten", sagte De Gregorio der Zeitung "Financial Times".

Auf den nächsten IWF-Chef warten große Herausforderungen. Ein Ende der europäischen Schuldenkrise ist noch lange nicht in Sicht, und auch in den USA verschärft sich die Haushaltslage kontinuierlich. In vielen Schwellenländern dagegen wächst wegen des rasanten Wirtschaftswachstums der Inflationsdruck.

Strauss-Kahn sitzt seit Samstag in New York in Untersuchungshaft. Ihm wird auch sexuelle Nötigung und Freiheitsberaubung vorgeworfen. Der 62-Jährige bestreitet die Anschuldigungen und hat einen neuen Antrag auf Freilassung gegen eine Kaution von einer Million Dollar gestellt. Das zuständige Gericht soll noch am Donnerstag darüber verhandeln.