Erstellt am 11. Januar 2013, 09:36

EZB-Direktor Asmussen fordert Reformeifer ein. Die relative Ruhe in der Schuldenkrise darf die Europäer nach Ansicht von EZB-Direktor Jörg Asmussen im neuen Jahr nicht zur Untätigkeit verleiten.

"Das größte Risiko ist das Nichtstun", sagte Asmussen am Donnerstag auf einer Podiumsdiskussion an der Hochschule für Wirtschaft und Recht in Berlin. "Die Krise ist noch nicht vorbei. Wir stehen aber besser da als vor zwölf Monaten."

Das dürfe aber niemand dazu verleiten, in seinem Reformeifer nachzulassen. Zum Sparen gebe es kurzfristig keine Alternative. Die Konsolidierung müsse jedoch durch wachstumsfördernde Strukturreformen begleitet werden. So seien beispielsweise Arbeitsmarktreformen in Spanien nötig. Die Ankündigung der EZB, unter den Rettungsschirm schlüpfende Staaten mit Anleihenkäufen zu stützen, habe dazu geführt, Katastrophenszenarien aus dem Markt zu nehmen: "Ich blicke daher mit vorsichtigem Optimismus nach vorne."

Asmussen hofft zugleich, dass der Euro-Rettungsantrag Zyperns in naher Zukunft abgeschlossen werden kann. Die Eurozone und der Internationale Währungsfonds verhandeln derzeit mit dem Inselstaat über ein Hilfspaket im Volumen von 17,5 Mrd. Euro. Der Mittelmeerstaat braucht das Geld vor allem, um seinen aufgeblähten und maroden Bankensektor zu sanieren. Etliche EU-Partner werfen dem Land vor, dass es mit laxen Geldwäschekontrollen enorme Summen aus Russland angezogen habe.

Auch Europa müsse seine Hausaufgaben machen - beispielsweise bei der Bankenunion, mahnte Asmussen: "Wir brauchen parallel zur europäischen Bankenaufsicht recht bald eine Rechtsrahmen für die Abwicklung von Banken, die zu groß sind um zu scheitern. Nur dann kannn eine Aufsicht beißen", betonte der deutsche Geldpolitiker.