Erstellt am 06. Juni 2012, 04:32

EZB dürfte Leitzins unverändert lassen. Obwohl sich die europäische Schuldenkrise verschärft hat, wird die Europäische Zentralbank (EZB) ihr Pulver nach Einschätzung der meisten Volkswirte zunächst weiter trocken halten.

Bei ihrer Ratssitzung am Mittwoch in Frankfurt dürften die Währungshüter den Leitzins zunächst auf dem Rekordtief von einem Prozent belassen. Angesichts der eingetrübten Konjunkturaussichten erwarten einige EZB-Beobachter aber, dass die EZB das Zinsniveau im weiteren Jahresverlauf auf einen neuen Tiefststand zurücknehmen wird.

Vor der Wahl in Griechenland und dem EU-Gipfel Ende Juni dürfte die Notenbank zunächst auch keine weiteren außerordentlichen Maßnahmen beschließen. Experten sind überzeugt, dass die EZB notfalls jederzeit eingreifen könnte. Denkbar wäre, dass sie Banken erneut langfristig billiges Geld leiht oder wieder Anleihen strauchelnder Staaten kauft.

EZB-Präsident Mario Draghi wird auch neue EZB-Prognosen für das Wachstum und die Teuerung im Euroraum veröffentlichen. Experten rechnen damit, dass er die Wachstumsaussichten von -0,1 Prozent im laufenden Jahr und 1,1 Prozent im kommenden Jahr weiter nach unten korrigieren wird. Hingegen dürfen die Inflationsaussichten von 2,4 Prozent in diesem und 1,6 Prozent im kommenden Jahr weitgehend bestätigt werden.